Pressestimmen: "Vergeltung"

22. Juli 2007, 15:31
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"Nowyje Iswestija": Erste ernste Krise seit Ende des "Kalten Kriegs"

Rom/Moskau/Genf - Internationale Pressekommentare befassen sich am Freitag mit dem Streit zwischen Großbritannien und Russland über die Auslieferung des russischen Geschäftsmannes Andrej Lugowoj.

"Il Messaggero" (Rom):

"Vergeltung. Was den 'Fall Litwinenko' betrifft, scheint der Kreml sich sowohl in seiner Wortwahl als auch in seinen Aktionen wieder auf die kalten Pfade des Konfrontationskurses mit dem Westen zu begeben. Ganz so wie zu Zeiten des Eisernen Vorhangs zwischen dem sowjetischen Reich und den Ländern der NATO. Moskau hat angekündigt, innerhalb von zehn Tagen vier britische Diplomaten auszuweisen. (...) Dies ist die Antwort auf die Entscheidung Londons, vier russische Diplomaten auszuweisen, nachdem Moskau es abgelehnt hatte, Andrej Lugowoi auszuliefern, den Hauptverdächtigen im Fall der Tötung des Ex-Geheimdienstagenten Alexander Litwinenko. (...) Es handelt sich also tatsächlich um einen Vergeltungsschlag gegen das, was als 'unmoralischer' Versuch bezeichnet wird, den Fall zu politisieren und Russland auf die Anklagebank zu setzen."

"Nowyje Iswestija" (Moskau):

"Es ist bemerkenswert, dass die britische die erste Regierung ist, die seit dem Ende des 'Kalten Krieges' in einen solch ernsten diplomatischen Konflikt mit Russland geraten ist. Dabei wird London aber immerhin nicht müde zu behaupten, dass das Problem nichts mit dem russischen Volk an sich zu tun hat, sondern nur mit der konkreten Weigerung des Landes, mutmaßliche Verbrecher auszuliefern. Es ist plausibel, dass Großbritannien vor allem auf eine Fortführung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Russland hofft." (APA/dpa)

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