Wintermode-Shooting im Hochsommer: Lächeln und fächeln

25. Juli 2007, 11:22
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Derzeit werden die Fotostrecken für die kommenden Winter-Kollektionen produziert - Für die Models heißt das stundenlanges Warten in Wintermantel und Stiefeln

Wien - Schon einmal bei 37 Grad 14 Stunden in Daunenmantel und Rollkragenpullover verbracht? Oder bei nur ein paar Grad plus im Bikini am Strand gelegen? Auch wenn Letzteres derzeit eine verlockende Vorstellung sein kann - für Models ist jetzt die Zeit der Shootings für die Wintermode. Das Modehaus Popp & Kretschmer in der Wiener Innenstadt ließ am Mittwoch im Hopfenboden der Ottakringer Brauerei von Sepp Gallauer die Fotostrecke für den Katalog der neuen Herbst-/Winterkollektion produzieren.

Schweißtreibend

"In dem Bereich, in dem sich die Mädchen umgezogen haben, hatte es 35 Grad", schildert der PR-Manager Christoph Koch, der bei dem Shooting dabei war. Die halbe, dreiviertel Stunde Wartezeit in Winterkleidung zwischen den einzelnen Aufnahmen war auch für die Visagisten schweißtreibend. Mussten sie doch alle zwei Minuten das Make-up auffrischen und nachpudern, bevor es für die Models wieder unter die heißen Scheinwerfer ging.

Melanie Scheriau, eines von Österreichs weltweit erfolgreichen Topmodels, und ihre Kolleginnen Mia Rosing aus Dänemark und die Belgierin Jessica Van der Steen sind jedenfalls coole Profis ohne jede Spur von Naomi-Campbell-Allüren. "Da gab es keinen Muckser und kein Jammern", schwärmt Christoph Koch von der unkomplizierten Professionalität der drei Frauen. Natürlich gibt in der Hitze viel schlimmere Jobs um viel weniger Geld, aber Model-Arbeitstage dauern meist sehr lange - das Shooting in der Ottakringer Brauerei ging von 8.00 Uhr in der Früh bis 22.00 durch, mit nur einer Pause zu Mittag.

Melanie Scheriau findet jedenfalls die Bikini-Shootings bei Eiseskälte viel unangenehmer, wie sie im Gespräch mit dem STANDARD beteuert. Gegen die Hitze helfen nur Unmengen von Wasser. "Mein extremstes Shooting war bisher aber sicher die "Absolut Vodka"-Kampagne in einem Iglu in Grönland", schildert das 25-jährige Topmodel.

Doch die Frauen, die die Mode kaufen sollen, liegen derzeit sowieso lieber im Bad - Modelfigur hin oder her -, statt shoppen zu gehen. Die hochsommerlichen Temperaturen sind für den Sommerschlussverkauf offenbar nicht unbedingt günstig. Diese Erfahrung machen derzeit die Geschäftsleute. Laut dem Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer, Fritz Aichinger, sind an den Hitzetagen rund 15 bis 20 Prozent weniger Kunden und Kundinnen gekommen als an kühleren Tagen. Generell sei der Ausverkauf aber gut verlaufen.

Schon seit Ende Juni locken in der Bundeshauptstadt "Sale"- Angebote, nun geht der Schlussverkauf ins Finale - und das bei fast 40 Grad. "Jede Extremtemperatur tut uns nicht gut", meinte Aichinger im Gespräch mit der Austria Presseagentur. Weder Kälte noch Hitze würden zum Shoppen animieren.

Zu Beginn des Ausverkaufs sei das Wetter jedoch ideal gewesen, entsprechend erfreulich waren auch die Umsätze. Aichinger: "Insofern haben wir Glück gehabt, dass die Hitze erst jetzt gekommen ist." Auch die Wiener Einkaufszentren berichten von einer ähnlichen Tendenz: Juni und Anfang Juli sind außerordentlich gut gelaufen. (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD - Printausgabe, 20. Juli 2007)

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