Todesurteile nach Anschlägen von Mumbai

24. Juli 2007, 15:28
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Bei Anschlagsserie im Jahr 1993 starben 257 Menschen - Sechs Todesurteile, mehr als hundert Angeklagte in Prozess seit September 2006 schuldig gesprochen

Mumbai - Wegen einer Serie von Bombenanschlägen, durch die in Mumbai (Bombay) 1993 insgesamt 257 Menschen getötet wurden, sind am Donnerstag drei weitere verurteilte Drahtzieher zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht in Mumbai fällte in dem Mammut-Prozess die Urteile, nachdem bereits am Mittwoch drei der Attentäter zum Tode verurteilt worden waren, wie Generalstaatsanwalt Ujjwal Nikam mitteilte. Insgesamt wurden in dem Prozess seit September 2006 einhundert Menschen schuldig gesprochen.

Die Verurteilten waren nach Überzeugung der Richter maßgeblich an der Anschlagserie beteiligt, bei der zahlreiche Sprengsätze in den Finanz- und Vergnügungsvierteln der Millionenmetropole gezündet wurden. Den beiden mutmaßlichen Hauptdrahtziehern der Anschläge, Dawood Ibrahim und Tiger Memon, gelang die Flucht. Indien vermutet, dass sie sich in Pakistan versteckt halten, was die Regierung in Islamabad aber bestreitet.

Richter Pramod Kode erklärte am Mittwoch, die Anschläge hätten "Schande über die Religion der Muslime" gebracht. Kode begann am 18. Mai mit der Verkündung des Strafmaßes. Gegen 14 Männer verhängte er lebenslange Haft, 64 weitere wurden zu Gefängnisstrafen zwischen drei und zehn Jahren verurteilt. (APA)

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