Premiere: "Die Gebete wurden erhört"

29. Juli 2007, 15:15
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Bis zum Jahresende will der Sender mindestens 4,4 Mio. Abonnenten gewinnen

Die Fußball-Bundesliga wird ab 1. August wieder live auf Premiere übertragen. Mit Beginn des nächsten Monats wird der Abosender einen eigenen Bundesligakanal starten, der über Kabel und Satellit alle 612 Live-Spiele der 1. und 2. Bundesliga überträgt, wie Premiere-Chef Georg Kofler am Donnerstag ankündigte. Auch Arena-Kunden könnten diesen Kanal mit ihren bisherigen Receivern empfangen.

Die Bundesliga laufe im Pay-TV nun wieder exklusiv unter der Marke Premiere, erklärte Kofler. Der Sender habe ab 1. August etwa 4,2 Mio. Abonnenten - darin eingerechnet sind auch 700.000 Arena-Kunden.

"Die Gebete wurden erhört"

Der Premiere-Chef zeigte sich nach der Rückeroberung der Bundesliga-Rechte euphorisch. "Premiere war noch nie in der Unternehmensgeschichte so gut aufgestellt", sagte er. "Die Gebete wurden erhört, die Bundesliga ist wieder zu Hause bei Premiere."

Das Kartellamt hatte einem Pakt zugestimmt, wonach Arena seine Lizenz zur Übertragung der Fußball-Bundesliga an den Konkurrenzsender Premiere weitergibt, dafür aber eine Sublizenzgebühr erhält. Kofler lobte die Erlaubnis des Kartellamtes als "kompetente, sachkundige und realitätsnahe Entscheidung". Die Vereinbarung sei ein "smarter Deal", der allen Beteiligten Vorteile bringe.

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Der Sender-Chef kündigte eine "faire aber auch selbstbewusste Preispolitik" an. So soll das Bundesliga-Abo bei Premiere teurer sein als bei Arena. Allein am Donnerstag seien innerhalb von drei Stunden bereits 1.000 Abo-Bestellungen bei Premiere eingegangen, verkündete Kofler.

Er griff zugleich die ARD-"Sportschau" scharf an, die unmittelbar nach Ende des Spieltags, also zeitnah zur Premiere-Übertragung, Spielberichte senden darf. Die Sendung sei ein durchkommerzialisiertes Produkt, kritisierte Kofler. Mit Gebührengeldern würden die öffentlich-rechtlichen Sender die privaten ausbooten.

Nach der weit gehenden Rückeroberung der Bundesliga-Rechte hofft Premiere auch auf den geschäftlichen Erfolg. "Ab dem dritten Quartal wird Premiere wieder Fahrt aufnehmen und ab 2008 wieder deutlich schwarze Zahlen schreiben", kündigte Finanzvorstand Michael Börnicke an. Bis zum Jahresende will der Sender mindestens 4,4 Mio. Abonnenten gewinnen, bis Ende 2008 sollen es 4,75 Millionen sein.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Premiere einen Umsatz zwischen 1,04 und 1,05 Mrd. Euro. Bisher hatte der Sender mit einem Umsatzwachstum auf über 1,1 Mrd. Euro gerechnet.

Verlust von 32,6 Mio. Euro

Das Hin und Her der vergangenen Monate um die Übertragungsrechte machte sich in der am Donnerstag veröffentlichten vorläufigen Halbjahresbilanz bemerkbar. Unterm Strich fuhr Premiere im zweiten Quartal immer noch einen Verlust von 32,6 Mio. Euro ein - immerhin 102 Mio. Euro weniger als ein Jahr zuvor.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal fiel der Umsatz des Senders im zweiten Quartal um fast 15 Prozent auf 229,1 Mio. Euro. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen gelang Premiere aber der Sprung aus der Verlustzone. Hier erreichte er ein Ergebnis von 10,2 Mio. Euro, im Vorjahresquartal hatte er noch einen Verlust von 21,8 Mio. Euro verzeichnen müssen.(APA/AP)

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