Megapixel sind unwichtig

26. Juli 2007, 10:07
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Auf was es bei Digitalkameras wirklich ankommt und wie man durch alte Modelle bares Geld spart

In einem Gespräch mit dem Spiegel erklärt Kamera-Tester Michael Hußmann was es mit dem Megapixel-Hype auf sich hat.

Hußmann ist für einige Fachmagazine als Tester von Kameras tätig, immer öfter muss er feststellen, dass Hersteller Kunden mit hohen Megapixelzahlen locken obwohl die Bildqualität der Kamera zu wünschen übrig lässt. Mehr Megapixel wären seiner Ansicht nach nur sinnvoll wenn man etwa aus einem Gruppenfoto ein Porträt ausschneiden wolle. Die höhere Auflösung wäre dabei insofern sinnvoll als dass sich Fotoausschnitte ohne weitere Verluste vergrößern lassen. Auskunft über die Bildqualität geben die Pixel allerdings nicht.

Der Sensor macht's

Der Experte erklärt, dass kleine Sensoren in den Fotochips dafür zuständig sind etwa auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen gute Bilder zu liefern. Je höher die Auflösung ist, desto mehr dieser Sensoren werden benötigt. In Folge dessen würden diese kleiner ausfallen und dadurch minderwertige Fotos liefern. Hußbach und Kodak stimmen bei dem Thema überein, dass mehr als sieben Megapixel für Privatanwender eigentlich zu keinem Zeitpunkt notwendig seien. "Der einzige Grund, zu einer Kamera mit extrem hoher Megapixel-Zahl zu greifen, wäre der, dass die Hersteller die beste Ausstattung meist an eine hohe Megapixel-Zahl koppeln.", sagte Hußmann weiter.

Wer Geld sparen und gleichzeitig nicht auf gute Ausstattung verzichten möchte greift am besten zu Auslaufmodellen. Neue Kameras mit wenig Megapixel hätten in diesem Bereich nicht viel zu bieten

Darauf muss beim Kauf geachtet werden

Allgemein rät er also von hochauflösenden Kameras ab, wenn es aber unbedingt eine sein muss sollte man beim Kauf auf die ISO-Werte achten: "Die bei hohen ISO-Werten immer aggressiver in die Bildverarbeitung eingreifende Rauschunterdrückung zerstört feine Details; mit dem niedrigsten ISO-Wert erhält man hingegen sehr hoch aufgelöste Bilder," Alleine auf Herstellerangaben ist jedoch auch kein Verlass, für die Richtwerte existiert lediglich eine sehr lasche gesetzliche Regelung. Gegen Ende hat er noch den Tipp: "Ultrakompaktkameras schaffen zwischen 130 und 580 Aufnahmen pro Batterieladung. (...) bei den Modellen mit schwächeren Akkus nie ohne Zweitakku aus dem Haus zu gehen."

Ist der Megapixel-Hype nun endlich vorbei? (red)

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