Ein Luxus-Hotelzimmer in der Secessions-Kuppel

19. Juli 2007, 14:53
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Präsidentin Holub stellt neue Projekte vor und kommentiert Vorstands-Rücktritte

Wien - "Hier entsteht ein Hotel", kündigt ein Schild derzeit vor einem Wiener Gebäude an, wo man eigentlich keine Touristen-Unterkunft erwarten würde: Die goldene Kuppel der Secession soll im Laufe des kommenden Jahres temporär zu einem Luxushotelzimemr werden, sagte Präsidentin Barbara Holub am Donnerstag bei einer Pressekonferenz zum dahin gehenden Projekt von Tatzu Nishi. Bereits ab Freitag gibt es zwei Projekte im Außenfeld der Secession: Azra Aksamija errichtet eine Kunstmoschee, Patrick Baumüller und Severin Hofmann zeigen sich als "Die Wursthaberer" (beides bis 30. 9.).

In den öffentlichen Raum hinaus

Mit den Außenraumprojekten wolle man die "sehr stark historische Manifestation des Gebäudes" aufbrechen und die künstlerische Diskussion auch als "Reibefläche" mehr in den öffentlichen Raum hinaus tragen, sagte Holub. Die "Kunstmoschee", bestehend aus 120 stilisierten Teppichen aus Holz, lädt dabei zum "Sitzen, Quatschen, Relaxen und eben auch Beten" ein, sagte Aksamija. Die "minimalen Muster der Moschee", die in Form der Teppichinstallation hinter der Secession realisiert werden, sollen den Grundriss des markanten Gebäudes weiterdenken.

Die "Wursthaberer" thematisieren mit ihrer der Kunstmoschee benachbarten Installation die unsichere Erwerbsituation von Künstlern: Mit der exklusiven Produktion von Würsteln und deren Verkauf vor Ort wollen sie sich eine Parallelexistenz aufbauen und so auch wirtschaftspolitische Zusammenhänge sowie die soziale Interaktion beleuchten. Eine Wurst ohne Schweinefleisch soll die Besucher der Kunstmoschee ansprechen. Als Würstelstand dient ein von Andreas Strauss adaptierter Bauwagen.

Öffentliche Machtkämpfe

"Seit der Gründung der Secession gab es Streit", sagte Holub gegenüber der APA zu den zahlreichen Rücktritten im Secessions-Vorstand, die in der Vorwoche bekannt wurden. Der Vorstand sei zwar wegen der hohen Zahl an Austritten derzeit nicht beschlussfähig, jedoch sei die Künstlervereinigung weiter arbeitsfähig, und die Geschäfte würden "sorgfältig weitergeführt" werden, bis am 12. September der Vorstand wieder ergänzt wird, betonte Holub.

Es müsse sich wieder ein Vorstand finden, der "am Inhalt" interessiert sei, Holub sei "nicht dafür angetreten, mich diesen Machtkämpfen zu widmen, sondern der Gesamtheit der Institution". Deren Erneuerung müsse "Schritt für Schritt" vor sich gehen, man könne der Secession nicht ein "neues Modell überstülpen". Der nach außen getragene Streit sei "kein gutes Zeichen an Geldgeber und Sponsoren" gewesen. (APA)

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