Bayern: Beckstein als Ministerpräsident nominiert

30. Juli 2007, 14:12
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Stoiber nahm Abschied vom bayerischen Landtag: "Eine tolle Zeit" - Scheidender Ministerpräsident nicht wehmütig - SPD: "Es gibt koan Schadn, wo koa Nutzn dabei is"

München - Die CSU-Fraktion im bayerischen Landtag hat Landes-Innenminister Günther Beckstein als künftigen bayerischen Ministerpräsidenten nominiert. 119 der 122 Abgeordneten stimmten für Beckstein. Er soll am 9. Oktober im Landtag zum Nachfolger des scheidenden Amtsinhabers Edmund Stoiber gewählt werden. Das sagten Teilnehmer einer Sondersitzung der Fraktion am Donnerstag in München.

Vorgeschlagen wurde Beckstein von CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann. Zwei votierten gegen Beckstein, und einer enthielt sich der Stimme, wie der Landtagsabgeordnete Alfred Sauter mitteilte. Stoiber wird seine Spitzenämter als CSU-Chef und Ministerpräsident Ende September niederlegen. Er war seit 1993 Ministerpräsident.

Dritter Anlauf

Die CSU-Abgeordneten gaben ihr Votum für Beckstein im Anschluss an die letzte Plenardebatte vor der Sommerpause in geheimer Abstimmung ab. Der 63 Jahre alte Franke Beckstein wird damit im dritten Versuch Regierungschef des Freistaats. Beckstein hatte bereits zwei Mal gute Aussichten auf das höchste Regierungsamt im Freistaat. Im Jahr 2002 gelang dies nicht, weil der damalige Kanzlerkandidat Stoiber die deutsche Bundestagswahl verlor und in Bayern blieb. Der zweite Versuch missglückte 2005, weil Stoiber entgegen seinen ursprünglichen Plänen doch nicht in ein Berliner Regierungsamt wechselte. Stoiber sicherte Beckstein seine Unterstützung zu. "Du kannst auf mich zählen", sagte Stoiber nach Angaben von Sitzungsteilnehmern zu Beckstein.

"Bayern ist ein tolles Land"

Stoiber verabschiedete sich mit versöhnlichen Worten aus dem Landtag: "Es war eine aufregende, eine tolle Zeit", sagte Stoiber am Donnerstag im traditionellen Schlusswort des Regierungschefs vor der Sommerpause. "Bayern ist ein tolles Land." Es war nach 14-jähriger Amtszeit das letzte Schlusswort Stoibers.

"Ich werde immer gefragt nach Wehmut. Die habe ich ehrlich gesagt nicht", sagte Stoiber anschließend vor Journalisten. "Wehmut ist vielleicht erst dann da, wenn ich nicht mehr diesem hohen Hause angehöre."

Dank für 14-jährige Zusammenarbeit

Landtagspräsident Alois Glück (CSU) sprach Stoiber seinen besonderen Dank für die 14-jährige Zusammenarbeit aus. Stoiber sei mit 25 Jahren Amtszeit in verschiedenen Regierungsämtern das längst gediente Kabinettsmitglied. Die SPD verabschiedete Stoiber auf gut bayerisch aus dem Landtag. "Zum alten Ministerpräsidenten sagen wir: Nix Bessers kummt ned nach", sagte die SPD-Vizefraktionschefin Johanna Werner-Muggendorfer. "Es gibt koan Schadn, wo koa Nutzn dabei is", sprach die niederbayerische Abgeordnete Stoiber Trost über seinen Rückzug zu. "Aus, Äpfel, Amen."

Am Vormittag hatte Beckstein noch an einer Andacht im Gebetsraum des Landtags teilgenommen. Der Text: Psalm 23 - Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. "Ich halte mir immer selbst vor, dass ich nicht der Allerhöchste bin, sondern dem Allerhöchsten verantwortlich", sagte Beckstein. "Ich bin ziemlich nervös", gestand er vor der Nominierung ein. (APA/red)

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    Günther Beckstein (links) wurde zum von Edmund Stoiber nominiert.

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