Erdogan führt bei Umfragen

23. Juli 2007, 10:20
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Ministerpräsident kann nach Wahl am Sonntag mit Fortsetzung der Alleinregierung rechnen

Istanbul - Drei Tage vor der Parlamentswahl in der Türkei haben neue Umfragen einen Erdrutschsieg für die islamisch-konservative AK-Partei von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan vorausgesagt. In einer von der liberalen Zeitung "Radikal" am Donnerstag veröffentlichten Befragung des Instituts KONDA kommt die Erdogan-Partei auf das Rekordergebnis von 47,9 Prozent; das wären 13,5 Prozentpunkte mehr als bei der Wahl 2002.

Demnach könnte Erdogan mit bis zu 340 Abgeordneten im 550 Sitze starken Parlament rechnen. Die kemalistische Oppositionspartei CHP dürfte laut "Radikal" auf 19,5 Prozent und damit bis zu 120 Sitze kommen. Als dritte Partei kommt demnach die rechtsnationale MHP mit 14,1 Prozent und bis zu 90 Abgeordneten ins Parlament.

Eine vom Forschungsinstitut GENAR veröffentliche Studie sagt zwar weniger Stimmen für die AK-Partei voraus, zeichnet aber insgesamt ein ähnliches Bild von den Kräfteverhältnissen zwischen den Parteien in der Türkei vor der Wahl am Sonntag: Demnach kann Erdogans Partei mit 39,8 Prozent und 297 bis 310 Abgeordneten rechnen. Die CHP kommt auf 21 Prozent und bis zu 135 Abgeordnete; die MHP erhält laut GENAR 13,3 Prozent und bis zu 75 Abgeordnete. Wie KONDA geht auch GENAR davon aus, das alle anderen Parteien unter der Zehnprozent-Hürde für den Sprung in die Volksvertretung bleiben werden.

Kurden wollen sich zusammenschließen

Beide Studien sagen zudem den Einzug von mehr als 20 unabhängigen Abgeordneten ins neue Parlament voraus. Die meisten Unabhängigen sind Kurden-Politiker, die sich nach der Wahl zu einer Parlamentsfraktion der Kurden-Partei DTP zusammenschließen wollen.

Mit ihrer Voraussage eines Sieges der AK-Partei stimmen die neuen Umfragen mit anderen Studien überein. Allerdings gehen einige Forschungsinstitute davon aus, dass die AK-Partei unter die für eine Alleinregierung nötige Zahl von 276 Sitzen im neuen Parlament rutschen wird. Für diesen Fall hat Erdogan seinen Rücktritt von allen politischen Ämtern angekündigt (APA)

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