Jede dritte Arbeitsstunde unproduktiv

19. Juli 2007, 10:18
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Laut Studie liegen die Hauptursachen in Führungsfehlern, weniger bei unwilligen Mitarbeiter

Wien - Unvollständige Kundendaten, fehlende Montageteile, lange Informationswege, all das kostet Zeit und Geld. Aufs Jahr gerechnet gehen in Österreich 79 Arbeitstage pro Mitarbeiter und bis zu 70 Milliarden Euro an möglichem Mehrumsatz verloren, weil nur 64 Prozent der Arbeitszeit "produktiv" genutzt werden.

Auf dieses Ergebnis kommt die Czipin Unternehmensberatung in ihrer jüngsten Produktivitässtudie, für die mehr als 500 Analysen in über 40 Unternehmen (Industrie, Handel, Dienstleistung) durchgeführt wurden.

"Es geht nicht darum, herauszufinden, wer nichts tut, sondern wo Zeit verloren geht", so Alois Czipin am Mittwoch bei der Präsentation der Studie. Zwar habe sich die Produktivität seit der vorangegangenen Studie 2001, damals bei 60 Prozent, verbessert, es sollten jedoch 85 Prozent möglich sein.

Führungskräfte schätzten das maximale Produktivitätspotenzial für 2007 mit durchschnittlich zehn Prozent doppelt so hoch ein wie ihre tatsächlichen Erwartungen. "Wir glauben, dass eine Steigerung von 21 Prozent möglich ist", meint Czipin dazu.

Weiterbildung Die Hauptursachen lägen nicht bei der fehlenden Motivation der Mitarbeiter. Diese sei deutlich gestiegen und verursacht statt 11,5 nur mehr acht Tage "Stillstand". Es schwächelte mehr auf der Managementebene. Mit zusammen 45 Tagen sind "mangelnde Planung und Steuerung" sowie "mangelnde Führung und Aufsicht" nach wie vor die "Produktivitätskiller Nummer eins". Auch Manager selbst sähen laut OGM-Umfrage das größte Problem in ihrer "eigenen (oft mangelhaften) Planung und Steuerung". Für Czipin ist das Selbstbild der Manager hinsichtlich der verursachten Verluste zu positiv.

Unterschiede zeigen sich auch bei den Einflussfaktoren: Während sowohl Czipin als auch die Führungskräfte eine konsequentere Umsetzung der Firmenstrategie für notwendig halten, folgen bei den Managern an zweiter Stelle die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern und erst an dritter Management-Trainings. Die Unternehmensberater sehen den Handlungsbedarf eher bei den Führungskräften. (dun, Der Standard, Printausgabe 19:7.2007)

  • Verlorene Arbeitstage.
    grafik: der standard

    Verlorene Arbeitstage.

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