HP7-Buchkritik in der "New York Times"

19. Juli 2007, 20:11
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"Gutes altmodisches Ende" - Finalband in USA zu früh verkauft, Redakteur ging ins Buchgeschäft

Wien/New York - Die renommierte "New York Times" hat am Donnerstag eine Buchkritik des letzten "Harry Potter"-Bandes abgedruckt, nachdem das Blatt nach eigenen Angaben das Buch "Harry Potter And The Deathly Hallows" trotz Sperrfrist (Samstag Mitternacht nach britischer Zeit) am Mittwoch regulär in einem New Yorker Buchgeschäft gekauft hat. Die Zeitung zum Ende des Bandes, der auch bereits im Internet kursieren soll: Es sei kein "modernes" Finish, sondern ein "gutes altmodisches Ende".

Der finale Kampf Potters mit Voldemort sei eine "herzbeschleunigende, gruselige Konfrontation", und das Buch habe einen Epilog, der "das Schicksal der Figuren klar vorherbestimmt". Das Buch habe Schwächen, heißt es, die letztendliche Auflösung der Potter-Story sei jedoch "überzeugend" und lasse die Spekulationen im Rückblick mager aussehen. Die rätselhaften "Hallows" seien magische Objekte, die dem Besitzer Macht über den Tod geben.

Dass der britische Verlag Bloomsbury über die NYT-Kritik nicht erfreut war, machte dieser auch deutlich: Das Erscheinen der Rezension sei "sehr traurig", sagte eine Sprecherin. Sie zog darüber hinaus einen welthistorischen Vergleich, indem sie die Rezension mit der Bostoner "Tea Party" verglich, mit der die Amerikaner 1773 gegen die britische Herrschaft protestierten.

Rechtliche Schritte

Die "NYT" gibt weniger Einblick in die Handlung als andere Medien, die aus der kursierenden Internet-Version zitieren. Mittlerweile hätten mehrere Webseiten das Buch wieder entfernt, nachdem ihnen mit rechtlichen Schritten gedroht wurde, schrieb die britische Zeitung "Times" am Donnerstag.

Der Vertreiber des letzten Harry-Potter-Bandes in den USA hat rechtliche Schritte gegen zwei amerikanische Unternehmen angekündigt, weil diese das Buch bereits vor dem offiziellen Erscheinungsdatum am 21. Juli verkauft haben sollen. Levy Home Entertainment und der Online-Händler DeepDiscount.com hätten das mit Spannung erwartete Werk früher zur Verfügung gestellt, als vertraglich erlaubt gewesen sei, erklärte Scholastic am Mittwoch. An die Potter-Fans, die das Buch bei DeepDiscount.com erworben hätten und somit vor Samstag bekommen könnten, appellierte die Firma, die Wälzer bis Mitternacht versteckt zu halten.

Die Potter-Gemeinde fiebert dem siebten Abenteuer des Zauberlehrlings entgegen, fürchtet aber zugleich, dass Details über die Handlung vorzeitig an die Öffentlichkeit gelangen könnten und so der Spaß am Lesen verdorben wird. (APA/Reuters)

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