Melange: "Peinliche" Gegengeschäfte

26. Juli 2007, 15:29
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Staatssekretärin Kranzl sagte Auftritt ab

Mit den Eurofighter-Gegengeschäften ist es eine vertrackte Sache: Sie sind zwar gut für die Wirtschaft, aber offenbar doch ein bisschen "peinlich" für Politiker - vor allem, wenn sie der Eurofighter-kritischen SPÖ angehören.

So geschehen am Dienstag, als Forschungsstaatssekretärin Christa Kranzl und Bundeskanzler Alfred Gusenbauer im Bundeskanzleramt eine Pressekonferenz (PK) zum Thema "Forschungsinitiative für KMUs" abhielten. Ursprünglich wollte Kranzl die PK beim Wiener Technologie-Unternehmen TTTech abhalten, das mit 140 Mitarbeitern ausfallssichere Datenkommunikationssysteme entwickelt und zu den Top 500 der weltweit am schnellsten wachsenden Firmen zählt. Als vor zwei Wochen die Anfrage kam, habe man gerne zugesagt, bestätigt TTTech-Marketingleiter Markus Plankensteiner. Die Firma bereitete alles vor und war "ein wenig traurig", als vorigen Dienstag die Absage kam: "Aus Zeitgründen", teilte das Kranzl-Büro mit. Dass die PK dann im Bundeskanzleramt stattfand, "hat uns überrascht", sagt Plankensteiner.

Des Rätsels Lösung ist auf der Homepage des Unternehmens zu finden: TTTEch zählt auch den Eurofighter-Hersteller EADS zu seinen Kunden und gibt freimütig zu, auch Gegengeschäfte zu machen. Ein Auftrag von EADS über 30.000 Euro im Jahr 2003 wurde sogar mit einem Eurofighter-Foto bebildert. Das kam bei Kranzl und Gusenbauer offenbar nicht so gut an. Freilich bestreitet Kanzler-Sprecher Sven Pusswald, dass sein Chef von der Sache gewusst habe: "Wir sind immer davon ausgegangen, dass die Pk bei uns stattfindet." Sollte anderes geplant gewesen sein, liege das "im Bereich der Staatssekretärin". (stui/DER STANDARD, Printausgabe, 19.7.2007)

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