Tribunal fordert Anklage gegen fünf Ex-Rote-Khmer

31. Juli 2007, 14:29
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14.000 Seiten Beweismaterial und Zeugenaussagen den Ermittlungsrichtern übergeben

Phnom Penh - Fünf ehemalige Rote Khmer sollen fast 30 Jahre nach der Schreckensherrschaft des kommunistischen Regimes in Kambodscha jetzt wegen Völkermordes und Folter angeklagt werden. Das forderten am Mittwoch die Staatsanwälte eines eigens eingerichteten internationalen Tribunals in Phnom Penh. Sie übergaben den Ermittlungsrichtern mehr als 14.000 Seiten mit Beweismaterial und Zeugenaussagen, wie das Tribunal mitteilte. Mit dem Prozessbeginn wird Anfang nächsten Jahres gerechnet.

Aufforderung zur Anklage

"Bei den Vorwürfen handelt es sich um Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord, schwere Vergehen gegen die Genfer Konventionen, Mord, Folter und religiöse Verfolgung", teilte das Tribunal mit. "Die Staatsanwälte fordern die Untersuchungsrichter deshalb auf, die Verantwortlichen anzuklagen." 25 konkrete Fälle seien exemplarisch dokumentiert worden.

Die meisten Verantwortlichen des Terrorregimes, das zwischen 1975 und 1979 in Kambodscha zwischen zwei und drei Millionen Menschen ermordete, sind längst tot. Darunter ist der Anführer Pol Pot, der 1998 starb, ohne je angeklagt worden zu sein. Einer seiner berüchtigtsten Handlanger war Ta Mok, der im vergangenen Jahr starb. In Haft sitzt der Leiter des Foltergefängnisses Tuol Sleng, in dem mehr als 10 000 Menschen starben. Auf freiem Fuß sind noch Nuon Chea, der als "Bruder Nummer 2" Pol Pot-Stellvertreter war, sowie der damalige Außenminister Ieng Sary und der Khmer-Staatschef Khieu Samphan. (APA/dpa)

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