Libysches und internationales Geld für Opferfamilien

26. Juli 2007, 14:24
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Ausbezahlung der rund 400 Millionen erfolgte über EU-Fonds - Laut Außenkommissarin Ferrero-Waldner keine EU-Gelder involviert

Wien/Brüssel - Rund 400 Millionen Euro Entschädigung haben die Familien der in einem Krankenhaus im libyschen Benghazi mit dem HI-Virus infizierten Kinder erhalten. Ausgezahlt hat es ein Sonderfonds der Europäischen Union - doch die EU habe dazu kein Geld beigesteuert, betonte die Brüsseler Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner am Mittwoch im österreichischen Radio. Der Fonds hätte die Summen auch überhaupt nicht aufbringen können: Im Juli 2005 wurde er auf der Grundlage eines Aktionsplans eingerichtet und mit einer Million Euro ausgestattet. Seitdem wurde er zweimal erhöht - und beträgt nun 2,5 Millionen Euro.

Mit dem Geld soll die Behandlung der Kinder in Europa ermöglicht und das Krankenhaus in Benghazi modernisiert werden. Ferrero-Waldner betonte, es habe "keine Zahlung" durch den Fonds gegeben, "sondern direkte Leistungen". Den Angaben zufolge leistete die EU insbesondere technische Hilfe und Beratung durch Experten. Das Geld für die Entschädigungen, das seit Dienstag an die Opferfamilien ausgezahlt wurde, stammte offenbar aus Libyen selbst: Zwar habe der EU-Fonds die Auszahlungen übernommen, das Geld stamme aber von der Gaddafi-Stiftung, erläuterte die Sprecherin Ferrero-Waldners. Die Stiftung, die zuvor zwischen der EU und den Opferfamilien vermittelt hatte, ist Mitglied des Sonderfonds.

Bulgarischer Außenminister will keine Spender nennen

Der bulgarische Außenminister Iwajlo Kalfin bestätigte am Mittwoch, dass die Entschädigung für die betroffenen Eltern aus einem internationalen Fonds stammen. Kalfin nannte jedoch keinen der Geldgeber des Fonds, der unter der Schirmherrschaft der Europäischen Union steht. Nach unbestätigten Berichten sollen auch die USA Geld dazugegeben haben. Die genauen Zahlungsmodalitäten dürften vorerst im Dunkeln bleiben. (APA)

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