Intel hält Österreich bei Notebooks für "weltmeisterlich"

10. September 2007, 10:07
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Desktop-PCs hinter Laptops zurückgefallen - "Digitales Wohnzimmer" auf dem Vormarsch - Großes Potenzial im digitalen Gesundheitswesen und im Automobilbereich

Der weltgrößte Chiphersteller Intel erwartet, dass im Jahr 2009 weltweit erstmals mehr Notebooks als Desktop-PCs verkauft werden. "In Österreich ist das schon erreicht worden", erklärte Intel Deutschland-Chef Hannes Schwaderer im Gespräch mit der APA. Bei Privatkunden hätten hierzulande die Notebooks mit 60 Prozent die Nase vor den Standrechnern (40 Prozent), im Geschäftsbereich sei das Verhältnis noch umgekehrt.

Ungebrochen

"Der Trend zur Mobilität ist ungebrochen und Österreich geht hier allen voran", so Schwaderer. Dies schlage sich auch in deutlichen Umsatzzuwächsen nieder. Zweistellige Steigerungen seien außerdem im Serverbereich zu verzeichnen, wozu die Vielzahl an Klein- und Mittelunternehmen betrage.

Große Erwartungen setzt Intel auch in das digitale Gesundheitswesen. "Die IT-Infrastruktur in Spitälern hinkt dem Industriestandard zehn Jahre hinterher. Vor allem in öffentlichen Krankenhäusern haben sich die Verantwortlichen ihr eigenes Reich aufgebaut", ist Schwaderer überzeugt. Der Nachholbedarf bei Investitionen sei unter anderem daran ablesbar, dass Mitarbeiter in Kliniken laut Studien rund zwei Stunden pro Tag für die Datenverwaltung aufwenden. "Da die stationäre Pflege aus wirtschaftlichen Gründen verkürzt wird, könnten künftig manche medizinischen Geräte in die Privathaushalte wandern und über Internet mit dem Arzt verbunden werden", glaubt der Intel-Manager.

"Ultra mobile PCs"

Im Automobilbereich würden voraussichtlich im Jahr 2009 PC-Plattformen - ein System für alle Anwendungen - serienmäßig in die Autos eingebaut werden. Erste Produkte seien bereits an die Hersteller ausgeliefert worden. Bereits Ende 2007 könnten außerdem "Ultra mobile PCs" für den Aftersales-Markt und die Produzenten angeboten werden, die künftig "ihren fixen Platz im Auto" haben sollen.

Der bereits vor Jahren prognostizierte Trend zum "digitalen Wohnzimmer" sei inzwischen vom Markt angenommen worden. "PC, Stereoanlage und Videothek verschmelzen. Allerdings ist es vorerst leichter, den geübten Computernutzer anzusprechen. Die bequemere Handhabung ist aber auch eine Aufgabe der Softwareindustrie", sagte Schwaderer.

Die kürzlich gestartete Initiative für Klimaschutz in der Informationstechnik, der neben Intel beispielsweise auch Google oder Hewlett-Packard angehören, sei nicht von der aktuellen CO2-Diskussion getrieben. Bemühungen in diese Richtung gebe es bereits seit drei Jahren. Neben dem ökologischen Nutzen könnten dadurch auch ökonomische Vorteile lukriert werden. In Rechenzentren sei im Vergleich zu früher nur mehr ein Fünftel der Energie notwendig, was auch Probleme mit der Abwärme reduziere. Für den Endverbraucher rentiere sich ein Notebook alleine dadurch, weil es gegenüber dem Desktop-PC mit Monitor nur ein Zehntel der Energie verbrauche.

"Wir haben Intel vor einem Jahr auf den Prüfstand gestellt, um Bürokratie abzubauen."

Effizienter sei man nun auch in der Produktion unterwegs. "Wir haben Intel vor einem Jahr auf den Prüfstand gestellt, um Bürokratie abzubauen. Inzwischen können wir kostengünstiger sowie schneller produzieren und gleichzeitig die Menge erhöhen", erklärte Schwaderer. Dadurch werde auch die Bruttogewinnmarge auf über 50 Prozent steigen. Intel hat seinen Gewinn im zweiten Quartal 2007 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 44,4 Prozent auf 1,3 Mrd. Dollar (949 Mio. Euro) erhöht. Der Umsatz legte um acht Prozent auf 8,7 Mrd. Dollar zu. (APA)

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