Ostanatolien: Straßenschlachten zwischen Kurden und Nationalisten

23. Juli 2007, 10:20
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Polizei feuerte Warnschüsse ab - Sowohl DTP als auch MHP werden in neues türkisches Parlament einziehen

Istanbul - Kurz vor der Parlamentswahl in der Türkei am kommenden Sonntag haben sich Anhänger einer Kurdenpartei und Rechtsnationalisten eine Straßenschlacht geliefert. Bei den Zusammenstößen in Dogubeyazit in der Nähe des Berges Ararat in Ostanatolien habe die Polizei Warnschüsse in die Luft abgegeben, berichtete der türkische Nachrichtensender NTV am Mittwoch.

Öcalan-Parolen

Die beiden Gruppen gerieten aneinander, als Anhänger der Kurdenpartei DTP auf dem Weg zu einer Wahlkundgebung am Gebäude der rechtsnationalen Partei MHP vorbeikamen. Laut NTV wurden dabei Parolen für den inhaftierten Chef der PKK-Kurdenrebellen, Abdullah Öcalan, gerufen; die MHP befürwortet die Todesstrafe für Öcalan. Auch seien Steine auf das MHP-Gebäude geworfen worden. Daraufhin lieferten sich beide Gruppen eine Schlägerei, in deren Verlauf zahlreiche Fensterscheiben im Stadtzentrum zu Bruch gingen. Die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete zudem, Polizisten seien mit Stöcken angegriffen worden. Die Sicherheitskräfte mussten Verstärkung anfordern, um die Ordnung wieder herzustellen.

Sowohl die MHP als auch die DTP werden voraussichtlich im neuen türkischen Parlament vertreten sein. Die MHP kann den jüngsten Umfragen zufolge mit zwölf bis 14 Prozent der Stimmen rechnen. Die DTP tritt bei der Parlamentswahl nicht als Partei an, sondern schickt nominell unabhängige Kandidaten ins Rennen, um die Zehnprozent-Hürde für den Parlamentseinzug zu umgehen. Umfragen gehen von etwa 30 DTP-Politikern im neuen Parlament aus. (APA)

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