Russische Bomber wollten in britischen Luftraum eindringen

22. Juli 2007, 15:31
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Russische Luftwaffe dementiert – Litwinenko-Freund Berezovsky sollte umgebracht werden

Laut einem Bericht der "Times Online" sollen zwei Tu95 -Bomber der russischen Luftwaffe beinahe in den britischen Luftraum eingedrungen sein. Regelmäßige Patrouillen der russischen Luftwaffe vor der norwegischen Küste nahe Murmansk, sind keine Seltenheit. Ungewöhnlich am gestrigen Flug war lediglich die Tatsache, dass die Bomber von ihrer Basis auf der Kola-Halbinsel im Polarkreis weit nach Südwesten fast bis nach Schottland vorgestoßen sein sollen. Daraufhin sind zwei Tornados der britischen Royal Airforce in Leeming in der Grafschaft Yorkshire aufgestiegen um die beiden Bomber abzudrängen, die schon zuvor von zwei F-16 Maschinen der Royal Norwegian Air Force verfolgt wurden. "Die Russen kehrten um, bevor sie den britischen Luftraum erreicht hatten“, zitiert "Times Online" einen Sprecher der Royal Airforce.

"Schierer Nonsense"

"Unsere Flugzeuge verfolgen nur geplante Flüge über neutralen Gewässern", sagte Alexander Zelin, Kommandant der russischen Luftwaffe im Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Dass der Vorfall in einem Zusammenhang mit dem Fall Litwinenko und der damit verbundenen Krise der russisch-britischen Beziehungen steht, wertet Zelin als "schieren Nonsense" ab.

Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter Alexander Litwinenko war im November 2006 in London mit radioaktivem Polonium 210 vergiftet worden. Er starb Ende November in einem Londoner Krankenhaus. Nachdem sich Moskau geweigert hatte den Hauptverdächtigen Andrej Lugowoi im Fall auszuliefern, kündigte London die Ausweisung russischer Diplomaten an. Moskau drohte anschließend mit schwerwiegenden Konsequenzen, die bisher nicht genauer definiert wurden.

Berezovsky befürchtet Mordplan

In der Zwischenzeit machte ein anderer Schlagzeilen in der Litwinenko-Affäre. Der russische Oligarch, Kreml-Kritiker und Litwinenko-Freund Boris Berezovsky, hat in einem Interview mit der "BBC" behauptet, er sei vor drei Wochen von der britischen Polizei über einen Mordplan informiert worden. Daraufhin hat er Großbritannien für eine Woche verlassen. Hinter den Mordplänen stecke die russische Regierung, zeigt sich Berezovsky überzeugt. "Jemand, den ich kenne, wird nach London kommen, mich treffen und mich öffentlich töten, ohne zu versuchen es zu verbergen. Später wird der Mörder erklären, es sei aus Geschäftsgründen gewesen." Scotland Yard wollte sich zu Berezovsky nicht äußern. (sand)

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