HP7-Ende im Internet veröffentlicht?

19. Juli 2007, 20:11
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Verlag: "Unsere Anwälte kümmern sich darum"

London - Trotz extremer Sicherheitsvorkehrungen ist wenige Tage vor Erscheinen des letzten Harry Potters eine angebliche Kopie des Buches im Internet aufgetaucht.

In Tauschbörsen kursieren Bilder, auf denen ein aufgeschlagenes Buch - vorgeblich eine US-Ausgabe des siebenten Romans - in der Hand eines Mannes zu sehen ist. Insgesamt sind 759 lesbare Seiten des Buches abgebildet, die vermutlich eingescannt wurden. Das Ende ist dabei gut zu erkennen. Das Exemplar wurde bereits rund 5.000 Mal heruntergeladen.

"Wirklich schlaue Sachen"

"Unsere Anwälte kümmern sich darum", teilte der britische Potter-Verlag Bloomsbury am Mittwoch mit. Ob es sich dabei um eine Kopie des echten Bandes "Harry Potter and the Deathly Hallows" handelt, wollte man nicht kommentieren.

"Viele Menschen versuchen wirklich schlaue Sachen. Sie schreiben das Buch nach oder wollen eine Kopie ins Internet stellen, um zu sagen, sie wüssten den Inhalt. Aber die einzige, die das weiß, ist die Autorin Joanne K. Rowling", sagte eine Verlags-Sprecherin. Die Leser würden sich nicht den Spaß verderben lassen und auf das Erscheinen warten.

Sicherheitsvorkehrungen

Weltweiter Verkaufsstart des letzten Harry-Potter-Bandes in englischer Sprache ist der kommende Samstag kurz nach Mitternacht englischer Zeit. Bloomsbury hat harte Strafen für Händler angekündigt, die das Embargo brechen - auch in Österreich, wie vom British Bookshop in Wien bestätigt wurde.

Das größte englischsprachige Buchgeschäft Österreichs in Wien-Innere Stadt wird die Kisten mit den Büchern von Joanne K. Rowling "im Laufe dieser Woche" direkt "aus dem Lager in Deutschland" geliefert bekommen, hieß es. Im Geschäft habe man entsprechende Vorkehrungen treffen sowie einen Vertrag unterschreiben müssen. Demnach müssen die Bücher in einem gesicherten Raum aufbewahrt werden, nur gewisse Personen haben Zugang zu dem Bücher-Schatz.

Zudem habe man sich vertraglich verpflichten müssen, dass keine Fotos von den Kisten oder der Lieferung gemacht werden dürften. Die "heiße Ware" darf erst in der Nacht auf Samstag pünktlich um 1.01 Uhr geöffnet werden. "Wir haben die Bücher auf jeden Fall rechtzeitig hier." Im British Bookshop wird bereits ab drei Stunden vorher (Freitag, 22 Uhr) eine "Erscheinungsparty" mit Magiern, Kostümen und Unterhaltungsprogramm gefeiert.

Die Buchkette Morawa kennt diesen Vertrag ebenfalls, wollte jedoch keine genaueren Details verraten. Für den deutschsprachigen Markt werde jedoch der Start der übersetzten Ausgabe im Herbst wichtiger. In den vergangenen Tagen waren Meldungen bekannt geworden, dass für die Sicherheitsvorkehrungen umgerechnet fast 15 Millionen Euro ausgegeben werden, dennoch soll das Buch bereits im Internet kursieren. Mehrere Dutzend Sicherheitsteams bewachen die erste Auflage des siebten und letzten Bandes der Potter-Reihe rund um die Uhr. (APA/dpa)

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