Umstrittener polnischer EU-Parlamentarier vergleicht Merkel mit Hitler

30. Juli 2007, 14:12
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Neuer Eklat in polnisch-deutschen Beziehungen - Polnischer Ex-Außenminisiter: "Herr Giertych braucht dringend ärztliche Fürsorge"

Die traditionell angespannten polnisch-deutschen Beziehungen sind mit der Äußerung eines umstrittenen polnischen EU-Parlamentariers einer nächste Bewährungsprobe ausgesetzt.

Maciej Giertych von der katholischen Partei Liga Polnischer Familien (LPR) sorgt für Empörung in Deutschland, indem er Bundeskanzlerin Merkel mit Adolf Hitler verglich. Hitler habe eine Supermacht in Europa errichten wollen, sagte Giertych der Zeitung "Zycie Warszawy". "Merkel handelt ähnlich, aber sie ist viel gewitzter."

Politisch höchst umstrittene Familie

Statt auf Gewalt zu setzen, wähle sie den Verhandlungsweg, sagte Giertych, der der Vater des LPR-Vorsitzenden und stellvertretenden polnischen Ministerpräsidenten Roman Giertych ist. "Aber sie sorgt dafür, dass die Deutschen die stärkste Stellung in der EU haben."

Giertych sorgt nicht zum ersten Mal mit kontroversen Äußerungen für Aufsehen. In den vergangenen Jahren veröffentlichte er antisemitische und gegen Homosexuelle gerichtete Broschüren und rühmte im Europaparlament den spanischen Diktator Franco (1892-1975) wegen seines Kampfes gegen die Kommunisten.

Distanzierung anderer Abgeordneter

Andere polnische Europaabgeordnete distanzierten sich dem Bericht zufolge von Giertych. Der LPR-Politiker habe einen "sehr unvernünftigen Vergleich gezogen", sagte Konrad Szymanski von der rechtskonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit von Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski. Er hoffe, dass "auf der internationalen Bühne niemand eine weitere sinnlose Bemerkung von Maciej Giertych ernst nimmt". Der liberale Abgeordnete und Ex- Außenminister Dariusz Rosati nannte Deutschland einen wichtigen Verbündeten Polens mit Jahrzehnte langer demokratischer Entwicklung. "Herr Giertych braucht dringend ärztliche Fürsorge", meinte er. (red, APA)

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