Bagdad: Mindestens elf Tote bei Bombenanschlägen

22. Juli 2007, 16:00
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Sprengsätze detonierten am Straßenrand im Südosten der Hauptstadt - Ranghohes Mitglied der Al Kaida gefasst

Bagdad - Die US-Streitkräfte haben am Mittwoch die Festnahme eines ranghohen Mitglieds der Al Kaida bekannt gegeben. Khaled Abdul Fattah Dawoud Mahmoud al Mashhadani, auch unter dem Namen Abu Shahid bekannt, sei am 4. Juli in Mossul gefasst worden, erklärte Brigadegeneral Kevin Bergner. Al Mashhadani sei ein enger Vertrauter von Abu Ayyub al Masri, dem in Ägypten geborenen Kopf von Al Kaida in Irak. Er ist nach Angaben des US-Militärs das wohl ranghöchste irakische Mitglied der sunnitisch-islamistischen Al-Kaida in dem Golfstaat.

Mittelsmann

Er habe als Mittelsmann zwischen Al Masri, Osama bin Laden und dessen Vize Ayman al Zawahiri (Zawahri) fungiert, sagte Bergner weiter. Gemeinsam mit Al Masri habe Al Mashhadani 2006 eine virtuelle Organisation namens Islamischer Staat des Iraks gegründet. Die Gruppe hat sich seitdem zu zahlreichen Anschlägen im ganzen Land bekannt, ihr Anführer Abu Omar al-Baghdadi wurde oft auf extremistischen Internetseiten zitiert. Ein Sprecher der US-Armee sagte am Mittwoch in Bagdad, das Al-Kaida-Mitglied habe bei Verhören angegeben, Abu Omar al-Baghdadi existiere nicht.

Führungsspitze im Ausland

Bevor er vor zweieinhalb Jahren zu Al Kaida im Irak gestoßen sei, habe er zur Führungsriege der militanten Gruppierung Ansar al Sunnah gehört. Der Militärsprecher betonte, es bestehe eine klare Verbindungen zwischen der Al Kaida im Irak und der Al-Kaida-Führung außerhalb des Iraks. Die Informationen von Al Mashhadani deuteten daraufhin, dass die Führungsspitze im Ausland beträchtlichen Einfluss auf den irakischen Zweig habe.

Der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki erklärte unterdessen, der Iran und die USA wollten in Kürze ihre Gespräche über die Lage im Irak in zweiter Runde auf Diplomatenebene in Bagdad fortsetzen. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete jedoch, einen Termin für das Treffen gebe es noch nicht. Am 28. Mai hatten Vertreter der USA und des Irans in Bagdad erstmals seit fast drei Jahrzehnten wieder offizielle Gespräche geführt. Konkrete Ergebnisse des rund vierstündigen Treffens wurden nicht bekannt.

Elf Tote bei Anschlägen in Bagdad

Im Osten der irakischen Hauptstadt Bagdad kostete am Mittwoch eine Serie von Bombenanschlägen elf Menschen das Leben. Zahlreiche weitere wurden verletzt. Die US-Streitkräfte meldeten den Tod von drei US-amerikanischen Soldaten, die am Dienstag bei Bombenanschlägen in Bagdad ums Leben kamen. Zwei mutmaßliche Attentäter wurden bei einem nachfolgenden Feuergefechte getötet.

Im Zentrum der irakischen Hauptstadt versammelten sich am Mittwoch Dutzende Menschen und forderten von der Regierung besseren Schutz. Die Demonstranten schwenkten irakische Flaggen und forderten die Behörden auf, ihre Zusagen zu erfüllen. Die Menschen bräuchten Sicherheit, Elektrizität, und Wasser, sagte einer der Teilnehmer. Wenn die Regierung das nicht sicherstellen könne, müsse sie zurücktreten.

Übergriffe gegen Sunniten

Die sunnitische Islamische Partei berichtete indes, in Bagdads Vorort Al-Mansur würden seit zwei Tagen unter den Augen der irakischen Truppen sunnitische Familien aus ihren Häusern vertrieben. Der sunnitische Rat der Religionsgelehrten behauptete, im westlichen Amiriya-Viertel hätten irakische Soldaten einen sunnitischen Zivilisten und seinen Sohn festgenommen und anschließend vor den Augen der Passanten mit Messern getötet und enthauptet. Der irakische Abgeordnete Bassem al-Hassani sagte, obwohl sich die Sicherheitslage in einigen Teilen der Hauptstadt verbessert habe, steige die Zahl der Familien, die aus Angst aus ihren Wohnvierteln fliehen, weiter an. ((APA/AP/dpa/Reuters)

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