Yahoo verbucht Gewinnrückgang im Rahmen der Markterwartungen

18. Juli 2007, 14:11
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Konzern verliert im Kampf gegen Google weiter an Boden - Bruttoumsatz im zweiten Quartal um acht Prozent zugelegt

Der US-Internetkonzern Yahoo hat einen Gewinnrückgang im Rahmen der Analystenerwartungen verzeichnet. Das Nettoergebnis schrumpfte im zweiten Quartal auf 161 Millionen Dollar (116,9 Mio. Euro) von 164 Millionen Dollar (119,1 Mio. Euro) vor einem Jahr, wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Das entspricht einem Gewinn je Aktie von elf US-Cent. Analysten hatten im Schnitt mit genau diesem Wert gerechnet. Der Bruttoumsatz legte um acht Prozent auf 1,70 Milliarden Dollar (1,234 Mrd. Euro) zu. Die Yahoo-Aktie fiel im nachbörslichen Handel um 1,9 Prozent.

Zurückgefallen

Yahoo ist im lukrativen Online-Anzeigenmarkt zuletzt insbesondere am Heimatmarkt gegenüber dem Hauptrivalen Google massiv zurückgefallen. Auch Internet-Kontaktseiten wie MySpace der News Corp. des Medientycoons Rupert Murdoch machten Yahoo zunehmend zu schaffen.

Jerry Yang

Im vergangenen Monat warnte der Konzern bereits, die schleppende Entwicklung im Online-Anzeigengeschäft werde zu einem schwächeren Ergebnis im zweiten Quartal führen. Um den Negativtrend umzukehren, übernahm daher Yahoo-Mitgründer Jerry Yang wieder das Ruder bei dem Konzern.

Yahoo verliert im Kampf gegen Google

Yang steht als neuer Yahoo-Chef unter enormen Druck: Die Unzufriedenheit der Aktionäre kostete bereits Yangs Vorgänger den Job. Der 64-Jährige Terry Semel nahm im Juni nach sechs Jahre an der Spitze des Konzerns mit 12.000 Mitarbeitern seinen Hut. Der Führungswechsel hatte Spekulationen genährt, dass sich Yahoo für einen radikaleren Umbau in Stellung bringt - etwa einen Zusammenschluss mit Rivalen wie Microsoft, Time Warners AOL oder MySpace von News Corp.

Drei Prioritäten

Yahoo hat den Worten Yangs zufolge derzeit drei Prioritäten: Werbenden die Interessen von Yahoo-Kunden näherbringen, eine offenere Technologie-Plattform sowie neue Partnerschaften wie etwa der Vertrag mit eBay aus dem vergangenen Jahr. Branchenexperte Jordan Rohan von RBC Capital Markets fühlte sich angesichts der Versprechungen von Yang aber an die Probleme des US-Militärs im Irak erinnert. Der Firmengründer und die neue Firmenpräsidentin Susan Decker hätten sich offenbar auf einen langfristigen, aber langsamen Wachstumskurs geeinigt. Dieser Einschätzung entsprach auch das neue Ziel für den bereinigten Umsatz 2007. Diese liegt mit 4,89 bis 5,19 Milliarden Dollar etwa drei Prozent unter der bislang angepeilten Spanne.

Management-Wechsel

Börsianer geben sich mit einem langsamen Wachstum jedoch nicht zufrieden und wollen nach dem Management-Wechsel im vergangenen Monat schnelle Erfolge sehen. Sie fordern massive Stellenstreichungen, einen Fokus auf das Mediengeschäft, die Auslagerung von Suchfunktionen an Google oder Microsoft und einen Zusammenschluss mit einem anderen Branchenriesen.(APA/Reuters)

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