Anschlag auf Mafia-Jäger Borsellino: Fall wieder aufgerollt

18. Juli 2007, 21:55
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Staatsanwaltschaft hat neue Ermittlungen eingeleitet - 15. Jahrestag des Attentats mit sechs Todesopfern

Rom - 15 Jahre nach dem Anschlag, bei dem in Palermo der Mafia-Jäger Paolo Borsellino und fünf seiner Leibwächter getötet wurden, kommen die Ermittlungen um das Attentat wieder ins Rollen. Die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Caltanissetta hat neue Ermittlungen über die mögliche Verwicklung subversiver Mitglieder des Geheimdienstes SISMI in den Anschlag eingeleitet. Überprüft wird das Fernbedienungsgerät, das die Attentäter zur Aktivierung der in Palermo gelegten Bombe verwendet haben.

Polizist im Visier

Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch um einen Polizisten, der kurz nach der Explosion am Anschlagsort aufgetaucht war. Der Polizist war bis im Frühjahr 1992 in Palermo im Einsatz, wurde dann nach Florenz strafversetzt, weil aus abgehörten Telefongesprächen hervorgegangen war, dass er einigen Mafia-Verdächtigen die Namen der Ermittler bekannt gegeben hatte, die eine Untersuchung über einen ausgedehnten Drogenhandel in Palermo führten.

Italien gedenkt am Donnerstag des 15. Jahrestag des Anschlags. An der Zeremonie wird sich der italienische Innenminister Giuliano Amato beteiligen, der kürzlich vor einer neuen Aggressivität der Mafia gewarnt hatte. "In einem Großteil von Sizilien und fast schon in ganz Italien kämpfen wir gegen die Mafia, die dank der riesigen finanziellen Ressourcen, die illegal angesammelt wurden, zu einem Wirtschaftssystem geworden ist", sagte Amato. (APA)

  • Paolo Borsellino und fünf seiner Leibwächter wurden vor 15 Jahren in Palermo von Mafia-Anhängern ermordet
    foto: epa/ansa files

    Paolo Borsellino und fünf seiner Leibwächter wurden vor 15 Jahren in Palermo von Mafia-Anhängern ermordet

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