Technik trifft Neuropsychoanalyse in Wien

17. Juli 2007, 15:25
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Gemeinsame Ansätze und Synergien zur Entwicklung von künstlicher Intelligenz im Mittelpunkt

Wien - Kommenden Montag (23. Juli) findet in Wien das erste Engineering & Neuro-Psychoanalysis Forum (ENF) statt, bei dem sich rund 100 VertreterInnen der zwei Wissenschaftsdisziplinen Neuro-Psychoanalyse und Ingenieurswissenschaften treffen werden. Initiiert von der TU Wien sollen neue gemeinsame Ansätze für die Forschung und Entwicklung gefunden und Synergien geschaffen werden. Diskutiert werden unter anderem Fragen wie "Wie kann man Bewusstsein und mentale Funktionen in Maschinen integrieren?", "Wie können mentale Funktionen simuliert werden?" und "Wie bringen wir Maschinen zum Denken und Fühlen?", heißt es in der Aussendung der Technischen Universität Wien.

Was auf den ersten Blick sehr konträr wirkt, hat doch mehr Gemeinsamkeiten als zunächst ersichtlich. Automatisierung und Neuropsychoanalyse (Neurowissenschaft und Psychoanalyse) haben in den letzten Jahren zunehmend Überschneidungspunkte gefunden. Die Begriffe Intelligenz, Gefühle und Emotionen sind zentrale Themen in den Forschungsgebieten der Psychologie, Pädagogik und Psychoanalyse und bald auch in der Automatisierung. Nun wird begonnen, neuropsychoanalytische Modelle auf technische Systeme umzulegen, um die Fähigkeiten von künstlicher Intelligenz wesentlich erweitern zu können.

Neuropsychoanalyse

Neuropsychoanalyse ist eine Fachrichtung, welche Mechanismen des Unbewussten mit Methoden der Hirnforschung ergründet. Entstanden ist sie aus der Zusammenführung von Psychoanalyse und Neurowissenschaften. Der junge Forschungszweig ergibt die Möglichkeit, die Funktionsweise des Gehirns verstehen zu lernen und die Art der biologischen Datenverarbeitung auf technische Steuerungssysteme zu übertragen.

Ziel

"Wir bauen mit dem Forum ein weltweites Forschungsnetzwerk auf. Ziel ist es, mit Spezialisten ein 'Modell des Mentalen' zu definieren, das auf die Steuerung von komplexen Systemen umgemünzt werden kann. Wir denken dabei an Einsatzmöglichkeiten in Krankenhäusern, Altersheimen, aber auch in privaten Wohnungen und in der Industrie. Die Zeit ist reif, die Herausforderung auch auf diesem Gebiet anzunehmen", so Dietmar Dietrich von der TU Wien.

Das Forum findet zwischen zwei internationalen Konferenzen der beiden Fachbereiche statt: dem N-PSA (International Neuro-Psychoanalysis Congress) von 20.-22. Juli und der INDIN 2007 (International Conference on Industrial Informatics) von 24.-26. Juli. (red)

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