Arabische Botschafter kritisieren "rassistische Aktionen" der FPÖ

21. Juli 2007, 14:37
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Fürchten um gute Beziehungen zu Österreich - Offener Brief an Prammer verurteilt Aussagen von Strache

Wien - Der Rat der arabischen Botschafter in Wien fürchtet um die guten Beziehungen zu Österreich auf Grund "rassistischer Aktionen". In einem offenen Brief an Nationalratspräsidentin Barbara Prammer bezeichnete Salim Al-Ryami, Botschafter des Oman, islam-kritische Aussagen von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache als gefährlich und beunruhigend. "Wir fürchten, dass sich diese rassistische Phänomene noch weiter ausbreiten und - sollte es nicht gelingen es einzudämmen - eventuell die Beziehungen zwischen Österreich und der arabisch-islamischen Welt beeinflussen könnte."

Kritik an "Daham statt Islam"

"Wir haben gehofft, dass Österreich sich von der westlichen Kampagne, die sich gegen den Islam und die islamische Gemeinschaft in Europa richtet, distanzieren würde", heißt es zu Beginn des Schreibens. Al-Ryami nennt als Beispiele Plakate der FPÖ im vergangenen Wahlkampf mit dem Slogan "Daham statt Islam" und die Bezeichnung des Islam als "Faschismus des 21. Jahrhunderts" durch Strache im Juni.

"Wir bedauern und verurteilen diese rassistischen Aktionen, die nicht geeignet sind, dem Verständigungsprozess zwischen den verschiedenen Kulturen voranzutreiben und die Bemühungen der österreichischen Regierung zu unterstützen."

Prammer soll Brief weiterleiten

Al-Ryami gibt sich aber auch zuversichtlich: "Der Rat der arabischen Botschafter in Wien hofft, dass radikale Kräfte in Österreich nicht verhindern können, dass die Geschichte des Islam, seine Prinzipien und seine Werte in objektiver und vernünftiger Art und Weise den Österreichern vermittelt werden." Die arabischen Botschafter stellen sich auch die Frage, wie die Verständigung zwischen den Kulturen gefördert werden könne. Prammer soll den Brief nun an die "zuständigen Stellen" weiterleiten soll.

"Rassistische Aktionen" für Vilimsky "reine Unterstellung"

Die FPÖ hat sich gegen Kritik des Rates der arabischen Botschafter gewehrt. FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky meinte in einer Aussendung am Dienstag, dies sei eine "reine Unterstellung". Seine Partei hätte "in keinster Weise" rassistische Aktionen gesetzt. (APA)

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