Enzymblockade bei posttraumatischem Stresssyndrom

30. Juli 2007, 13:37
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Versuche mit Mäusen lassen Forscher an direkte Behandlungsansätze denken

Cambridge - Das Blockieren eines Moleküls im Gehirn könnte neue Behandlungsmöglichkeiten für das posttraumatische Stresssyndrom (PTSD) liefern. Wissenschaftler des Brain and Cognitive Sciences Department am MIT haben nachgewiesen, dass die Blockierung des Enzyms Cdk5 bei Mäusen das Angstgefühl hemmt. Sie schreiben in "Nature Neuroscience", dass damit erstmals direkte Behandlungsansätze denkbar wären. Die erzielten Ergebnisse seien weitere Forschungen wert.

Hintergrund

Rund ein Drittel der Menschen leidet nach einem außergewöhnlich starken traumatischen Erlebnis wie einem Terrorangriff oder einer Naturkatastrophe an PTSD. Derzeit gibt es keine Behandlungsmöglichkeit für diese Krankheit. Antidepressiva und Schlaftabletten können helfen, Symptome wie Rückblenden, Wut, Ängstlichkeit und Depressionen zu mildern.

Studie

Das Team um Li-Huei Tsai konzentrierte sich auf die Wirkung von Cdk5 bei gentechnisch veränderten Mäusen, denen leichte Schocks auf die Sohlen verabreicht worden waren. Fanden sich die Tiere in der gleichen Umgebung wieder, in der ihnen die Schocks verabreicht worden waren, reagierten die Mäuse mit den künstlich erhöhten Cdk5-Werten deutlich extremer. Sie vergaßen diese Erfahrung deutlich schwerer und waren vor Angst fast starr. Bei Versuchstieren, deren Enzymaktivität blockiert worden war, verschwanden die negativen Erinnerungen, als die Mäuse begriffen, dass ihnen keine Gefahr mehr drohte. (pte)

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