Van Staa: Tiroler ÖVP muss "selber kämpfen"

27. Juli 2007, 16:45
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LH fühlt sich von Bundespartei unterstützt - AK-Präsident Dinkhauser will mit eigener Liste antreten - Gusenbauer glaubt noch nicht an roten Erfolg

Innsbruck - Mit der Unterstützung der Bundespartei bei seiner Kandidatur für die Landtagswahlen 2008 hat sich der Tiroler Landeshauptmann Herwig van Staa am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz zufrieden gezeigt. "Ich kann mich nicht beklagen", meinte er. Grundsätzlich müsse die Tiroler ÖVP bei den Landtagswahlen allerdings "selber kämpfen".

Konkurrenz aus eigenen Reihen

Der Tiroler Arbeiterkammer-Präsident Fritz Dinkhauser strebt den Landeshauptmann-Sessel an. "Eine Wiedererneuerung im Land und eine Aufbruchstimmung, das ist mein Ziel", sagte er am Dienstag im APA-Gespräch. Aus einem "Bauernland" müsse wieder ein "Bürgerland" werden. Sein Antreten mit einer eigenen Liste bei der für Herbst 2008 geplanten Landtagswahl sei "so fix, wie die ÖVP die absolute Mehrheit verliert".

Die ÖVP sei nicht die "offene, liberale, freie Partei", die es in dem Land brauche, kritisierte Dinkhauser die eigenen Reihen. Er sprach von einem "gewaltigen Tunnelblick" in der Volkspartei, "es bewegt sich nichts". "Ich spüre ein tiefes Unbehagen in der Bevölkerung", gab der langjährige AK-Chef, dessen Mandat 2009 abläuft, zu verstehen.

Van Staa: Parteiausschluss steht nicht zur Debatte

Van Staa sagte, er sehe einem Antritt Dinkhausers bei den Landtagswahlen mit "nicht gespielter" Gelassenheit entgegen. Für ihn sei Politik "gelebte Verantwortung", und er befasse sich damit, "jetzt noch wichtige Weichenstellungen für die Zukunft" vorzunehmen. Ein Parteiausschluss des AK-Präsidenten stehe nicht zur Debatte, sagte er auf Anfrage.

Van Staa zog auf der Pressekonferenz Bilanz über das erste Halbjahr der Regierungsarbeit der Tiroler ÖVP. Das Regierungsprogramm sei weitestgehend abgearbeitet worden, meinte er. Vor allem in den Bereichen Wohnen, Bildung, Arbeit und soziale Sicherheit habe man viel erreichen können.

Molterer warnt Tiroler ÖVP vor Spaltung

Die Ankündigung von Tirols AK-Präsident Fritz Dinkhauser ruft ÖVP-Obmann, Vizekanzler Wilhelm Molterer auf den Plan. Er stellt sich demonstrativ auf die Seite von ÖVP-Landesobmann, Landeshauptmann Herwig van Staa.

"Van Staa hat meine volle Unterstützung und mit ihm die Tiroler VP", sagte Molterer in der Mittwoch-Ausgabe der "Tiroler Tageszeitung" und fügte hinzu: "Van Staa macht seine Aufgabe hervorragend." Tirol sei gut beraten, weiter auf den "starken Partner Volkspartei" zu setzen. "Alle müssen für den Erfolg der ÖVP arbeiten", riet er seinen Parteifreunden in Tirol.

"Keine lachenden Dritten"

Auf die Frage, ob er das als indirekte Empfehlung der Einbindung von Fritz Dinkhauser in das Van-Staa-Team meine, sagte Molterer: "Sie können daraus die Empfehlung ableiten, Van Staa zu unterstützen. Ich will keine lachenden Dritten." Der ÖVP-Obmann war sich im Klaren: "Jede Aufsplitterung schadet. Tirol ist für die VP ein Kernland." Und Molterer zeigte sich überzeugt: "Tirol wird auch nach der Wahl 2008 von einem VP-Landeshauptmann geführt werden." Und der werde Van Staa heißen.

Kein roter Tiroler Landeshauptmann

Die SPÖ visiert das Amt des Tiroler Landeshauptmannes momentan offenbar nicht an. Ziel von SP-Vorsitzendem LHSt. Hannes Gschwentner und der Tiroler SP müsse sein, stärker zu werden, machte Bundeskanzler und SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer in der Freitag-Ausgabe der "Tiroler Tageszeitung" deutlich und meinte: "Mit dem Landeshauptmann-Posten liebäugeln wir derzeit überhaupt nicht. (red, APA)

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    "Ich kann mich nicht beklagen", sagte van Staa über die Rückendeckung der Bundes-ÖVP.

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