Die Mode, und wer sie trägt

31. Juli 2007, 19:02
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Die Choreografinnen Juren und Juurak auf Catwalk-Pfaden

Es ist nicht unbedingt egal, wer ein Kleidungsstück über den Laufsteg trägt. In look look gehen die beiden Wiener Choreografinnen und Tänzerinnen Anne Juren und Krõõt Juurak einen vom "Catwalk" inspirierten Weg abseits stereotyper Modepfade. Die Estin Juurak versucht in ihrer Arbeit, verschiedene Kunstbereiche und Methoden zu verknüpfen. Juren, gebürtig aus Grenoble, setzt sich intensiv mit Codes und Mustern im Verhalten auseinander.

Die Mode als Thema ihrer Performances hat die beiden bei der Fashionweek 2005 zu einer Zusammenarbeit gebracht. Dresscode hieß die dort vorgestellte Performancereihe, aus der look look entstanden ist und in der sie die Wirkungsweise von Mode als Instrument der Kommunikation zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung untersuchten. Den konzeptuellen Input aus dem Designbereich gab die Wiener Modekünstlerin Eva Blut.

"look look", ein Hybrid!

Zu sehen waren und sind auch jetzt wieder in der überarbeiteten und erweiterten Fassung zwei Frauen (Juren und Juurak), die fortwährend ihre Kleidung wechseln. Dabei dient das Gewand als Medium für den sich gleichermaßen ständig wechselnden Ausdruck. Zudem ging es darum, auf der einen Seite den kreativen Prozess des Designers bei der "Modeproduktion" zu zeigen, und dann im Gegenzug zu beobachten, was passiert, wenn diese Kleidung von Menschen getragen wird.

In look look ist ein Model, das Modeprodukte vorführt, für Anne Juren keine ikonische Figur, kein typisiertes Rollenbild, sondern "ein sich konstant wandelndes Erscheinungsbild" mit gewöhnlichem und hybridem oszillierenden Charakter.

Das Stück läuft bei ImPulsTanz im Rahmen der Retrospektive des Pariser Haute-Couture-Designers Christian Lacroix – zur Eröffnung und Finissage einer Ausstellung, die der tanzbegeisterte Lacroix gemeinsam mit Christian Rizzo gestaltete. (Isabella Hager, DER STANDARD/Printausgabe, 17.07.2007)

>> "look look" im Semper Depot, 18. 7. und 6. 8., 19.30
  • Das Gegenteil von Katzenwäsche: Der Catwalk ist für die Choreografinnen Juren und Juurak ein langer Fluss von Wandelbarkeit und Individualität, Produktion und Konsum.
    foto: polzer

    Das Gegenteil von Katzenwäsche: Der Catwalk ist für die Choreografinnen Juren und Juurak ein langer Fluss von Wandelbarkeit und Individualität, Produktion und Konsum.

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