Die Wüste: Ein Ort für Überlebenskünstler

27. Juli 2007, 12:22
posten

Viele Pflanzen und Tiere haben sich mit ein paar Tricks den harten Bedingungen im "Meer ohne Wasser" angepasst

Wenn man Ruhe und Stille sucht, dann ist man in der Wüste genau richtig, meinte der Zoologe und Ökologe Wolfgang Waitzbauer im Gespräch mit den Ö1-Kinderuni-Reportern. Etwa ein Fünftel der Erdoberfläche ist von Wüsten bedeckt. Die größte ist die Sahara mit rund 8,7 Millionen Quadratkilometern. Tagsüber erhitzt sich der Boden auf bis zu 70 Grad, in der Nacht kann es jedoch sehr kalt werden, da die Wärme ungehindert ins Weltall abstrahlt, weil sich über den Wüsten praktisch keine Wolken bilden.

Die Araber nennen die Wüste "Meer ohne Wasser". Trotz Hitze und Dürre gibt es aber auch in der Wüste Leben: Zahlreiche Pflanzen und Tiere, aber auch Menschen haben sich den harten Bedingungen angepasst und sind mit ein paar Tricks zu Überlebenskünstlern geworden. Der Schwarzkäfer zum Beispiel, der des abends einen Kopfstand macht und seine Flügel ausbreitet. Durch die Kälte der Nacht bildet sich Tau, der dann direkt in den Mund des Käfers abrinnt - eine Methode, die sich Wissenschafter zu Nutze gemacht haben, um Wasser zu sammeln. Oder die Kamele, die Wasser zusammen mit Essen als Fett in ihren Höckern speichern und dann wieder in Flüssigkeit zurückverwandeln können. Kakteen können bis zu zehn Monate Wasser speichern. Denn wenn es in der Wüste einmal regnet, dann heftig. Dann kann sich die karge Sand- oder Steinwüste ganz plötzlich in ein wunderschönes Blumenmeer verwandeln. Samenkörner, die oft über Jahre im Boden lagen, keimen über Nacht.

Die Wüste breitet sich aus

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Wüsten immer weiter ausgebreitet. Verantwortlich dafür sind der hohe Wasserverbrauch, das Roden von Wäldern, die großen Viehherden, schlechte Bewässerungsanlagen und der Klimawandel. Um auf die Verwüstung der Erde aufmerksam zu machen, wurde das Jahr 2006 zum Internationalen Jahr der Wüsten erklärt. Als Gegenmaßnahme zur Ausdehnung der Wüsten werden in vielen Ländern Wälder angepflanzt oder Nutzpflanzen angebaut, die nur sehr wenig Wasser brauchen. (kri)

Thema der nächsten Ö1-Kinderuni:
"Ferngesteuert und Zugenäht. Wie operiert ein Roboter?", Sonntag, 17.10 Uhr auf Ö1 und am Dienstag im STANDARD.
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Kamele tragen ihren Wasserspeicher mit sich herum. Das Höcker-Fett wird bei Bedarf in Wasser umgewandelt.

Share if you care.