Musharraf zieht einen der Vorwürfe gegen suspendierten Obersten Richter zurück

19. Juli 2007, 15:36
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Vorwurf des richterlichen Fehlverhaltens fallen gelassen - Andere Anklagepunkte gegen Chaudhry bleiben bestehen

Islamabad - Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hat einen der Vorwürfe gegen den abgesetzten Obersten Richter des Landes, Iftikar Chaudhry, zurückgezogen. Das teilte der Chefanwalt der Regierung, Sharifuddin Pirzada, am Mittwoch dem Obersten Gericht mit. Das Gericht soll in wenigen Tagen über die Rechtmäßigkeit der Amtsenthebung durch den Staatschef entscheiden. Der fallengelassene Anklagepunkt lautete auf richterliches Fehlverhalten und bezog sich auf Vorwürfe, mündliche Erlasse Chaudhrys hätten sich in manchen Fällen von späteren schriftlichen Erlassen unterschieden.

Chaudhry wird jedoch weiterhin der Vetternwirtschaft und des Amtsmissbrauchs beschuldigt. Er soll seine Stellung missbraucht haben, um seinem Sohn hohe Posten verschafft, Dienstfahrzeuge privat genutzt und anderen Richtern nachspioniert zu haben. Der Jurist weist die Vorwürfe zurück.

Die Opposition wirft dem Militärmachthaber Musharraf vor, mit seinem Vorgehen gegen Chaudhry die Justiz schwächen zu wollen, um seine Ausgangslage vor der anstehenden Parlamentswahl zu verbessern. Musharrafs Amtszeit läuft Ende des Jahres ab; der Präsident strebt ein weiteres Fünf-Jahres-Mandat an. Die Absetzung Chaudhrys Anfang März führten zu heftigen Protesten in Pakistan. (APA)

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