Grenzüberschreitend: Palästinensischer Dichter las in Israel

24. Juli 2007, 13:51
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Der palästinensische Dichter Mahmoud Darwish las seit 37 Jahren erstmals wieder in Israel und ging mit eigener politischen Führung hart ins Gericht

Tel Aviv - Im Laufe seiner Lesung in der Hafenstadt Haifa ging der palästinensische Dichter Mahmoud Darwish nach einem Bericht der Tageszeitung "Haaretz" vom Montag mit der politischen Führung der Palästinenser hart ins Gericht.

Den zuletzt im Gaza-Streifen blutig ausgefochtenen Machtkampf zwischen der gemäßigten Fatah-Bewegung und der radikal-islamischen Hamas bezeichnete er als "öffentlichen Selbstmordversuch auf der Straße".

Sarkasmus

Der 66-jährige Darwish, der in einem Dorf nahe der nordisraelischen Stadt Akko geboren wurde, verließ Israel im Jahr 1970 und lebte seitdem in Kairo, Beirut, Paris und Ramallah im israelisch besetzten Westjordanland. In dem bis auf den letzten Platz gefüllten Vortragssaal in Haifa sprach Darwish voller Sarkasmus über die gewaltsame Machtübernahme durch die Hamas im Gaza-Streifen vor einem Monat.

"Wir sind unabhängig geworden", sagte er, "Gaza wurde unabhängig vom Westjordanland - für ein Volk zwei Länder, zwei Gefängnisse", fügte er unter Bezug auf die anhaltende israelische Besatzung der Palästinensergebiete hinzu.

Darwish übte aber auch Kritik an Israel, das die gegenwärtige "historische Chance auf einen Frieden" nicht nutze.(APA/dpa)

  • Darwish hatte bis zu seinem Abgang aus Israel in Haifa als
Chefredakteur der arabisch-kommunistischen Zeitung "Al-Ittihad"
gearbeitet. Seine Lesung in arabischer Sprache wurde auch von
arabischen Satellitenkanälen live übertragen.
    foto: epa/gil cohen

    Darwish hatte bis zu seinem Abgang aus Israel in Haifa als Chefredakteur der arabisch-kommunistischen Zeitung "Al-Ittihad" gearbeitet. Seine Lesung in arabischer Sprache wurde auch von arabischen Satellitenkanälen live übertragen.

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