"Mein Olympiatraum ist geplatzt"

26. Juli 2007, 14:03
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Carina Hasenöhrl erklärte nach Kreuzbandriss ihren Rücktritt - Österreichs Nummer eins hatte sich nach Halswirbelbruch zurückgekämpft

Klagenfurt - Carina Hasenöhrl hat am Montag in Klagenfurt ihren Rücktritt vom Turnsport bekannt gegeben. Die 19-jährige Kärntnerin hatte sich nach einem im vergangenen November erlittenen Halswirbelbruch entgegen allen Prognosen wieder zum Wettkampfsport zurückgekämpft. Nun beendete ein Kreuzbandriss im rechten Knie die Karriere von Österreichs bester Turnerin. Hasenöhrl hatte sich die Verletzung bereits Mitte Juni bei den niederländischen Meisterschaften zugezogen.

"Ich habe diese Zeit gebraucht, um meine Gedanken zu ordnen. Doch schon in diesem Augenblick war mir klar, dass mein Olympiatraum geplatzt und meine Karriere zu Ende ist", schilderte Hasenöhrl. Die Klagenfurterin hatte den Absprung vom Schwebebalken nicht optimal erwischt, die Landung war zu tief. Das machte das Kreuzband nicht mit. Es war der erste Wettkampf nach ihrer Halswirbelverletzung. "Leider hat der schönste Tag meines Lebens nur bis zum ersten Gerät gedauert", sagte die zierliche Kärntnerin.

Schon früher an Karriere-Ende gedacht

Seit vier Jahren hatte Hasenöhrl ununterbrochen die Rangliste des österreichischen Turn-Verbandes (ÖFT) angeführt. Bereits nach ihrem Halswirbelbruch, den sie mit einem Fixateur vollständig ausgeheilt hatte, hatte die Spitzensportlerin an ein Karriereende gedacht. Doch die zehnfache Staatsmeisterin kämpfe sich zurück, nahm bereits im April das Training wieder auf. Ihr großes Ziel war die WM Anfang September in Stuttgart, die einzige Qualifikations-Chance für Olympia 2008 in Peking.

"Die Olympischen Spiele waren schließlich das große Ziel, für das ich all diese Strapazen auf mich genommen hatte", erklärte Hasenöhrl. Die junge Athletin, die bereits mit 13 Jahren gegen den Willen der Eltern wegen der besseren Trainingsbedingungen nach Rumänien ausgewandert war, hatte erneut ihren unbändigen Willen unter Beweis gestellt. "Von Tag zu Tag merkte ich Fortschritte."

"Ich hätte das WM-Limit locker geturnt"

Der Zeitpunkt für das Comeback sei ideal gewesen. Doch er war folgenschwer. "Ich hätte das WM-Limit locker geturnt", meinte Hasenöhrl. "Ich habe mich noch nie so auf einen Wettkampf gefreut. Ich war irrsinnig in Form." Auch wegen der Matura, die sie mit einem ausgezeichneten Zeugnis absolvierte, verzichtete Hasenöhrl auf eine Operation, versucht ihr verletztes Knie nun mittels Physiotherapie und konservativen Reha-Maßnahmen zu heilen.

"Dem Knie geht es gut, der Moral nicht", so Hasenöhrl. Die dreimalige WM-Starterin, die aus ihrer Wahl-Heimat Alkmaar in den Niederländen wieder in die Heimat nach Klagenfurt zurückgekehrt ist, will nun im Herbst ein Chemie-Studium in Graz beginnen. Aber auch dem Turnen will sie erhalten bleiben, möglicherweise als Nachwuchs-Trainerin. Auch die schweren Verletzungen haben Hasenöhrls Liebe zum Sport nicht gebrochen. "Ich bereue keinen einzigen Tag. Ich würde alles wieder so machen."(APA)

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