"Giovanni hat mir auf meiner Abschussliste noch gefehlt"

20. Juli 2007, 14:36
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Für Trainer Walter Schachner ist der Sieg der Kärntner Austria ge­gen Trapattonis Salz­burger ein ganz be­sonders wertvoller

Pasching - Bereits in Runde zwei hat es für Meister Red Bull Salzburg den ersten empfindlichen Dämpfer in der T-Mobile Fußball-Bundesliga gesetzt: Nach dem tollen 4:1-Auftakterfolg über Altach musste sich die "Star-Truppe" von Erfolgscoach Giovanni Trapattoni am Sonntagnachmittag in Pasching nach schwacher Leistung dem SK Austria Kärnten 0:1 (0:0) geschlagen geben. In der vergangenen Saison hatte die erste Liga-Pleite der Salzburger bis Runde 10 (1:2 in Graz gegen Sturm) auf sich warten lassen.

Durch die überraschende Niederlage des Titelverteidigers blieb Aufsteiger LASK Tabellenführer. Die Linzer stehen allerdings nur deshalb an der Tabellenspitze, weil das Duell der Erstrundensieger Mattersburg - Rapid wegen des UI-Cup-Engagements der Hütteldorfer erst am 25. Juli nachgetragen wird.

Trapattoni erwischt

Kärnten-Trainer Walter Schachner feierte zwar als Coach den bereits 15. Sieg (bei 4 Remis/1 Niederlage) über eine Salzburger Bundesliga-Mannschaft, allerdings den ersten Erfolg über "Maestro" Trapattoni. "Deswegen war es ein ganz besonderer Sieg, denn Giovanni hat mir auf meiner persönlichen Abschussliste noch gefehlt", betonte der Steirer.

Nach der starken Leistung der "Roten Bullen" gegen Altach waren Schachner und seine Mannen gewarnt. "Wir haben gewusst, dass es schwer wird, weil die Salzburger kaum Bälle herschenken. Daher haben wir versucht, ihnen wenig Spielraum zu geben", erklärte Schachner. Dieses Konzept ging perfekt auf, und dazu erzielte auch noch Torjäger Thierry Fidjeu-Tazemeta in Minute 83 aus einem Konter das Goldtor. Damit saß gleich der erste Torschuss der Kärntner nach der Pause.

Ein Erfolg des Kollektivs

Für Ex-Pasching-Spieler Manuel Ortlechner war der Sieg ein Erfolg des Kollektivs. "Wir haben ein super Teamgefühl in Kärnten. Wir kämpfen uns hinein und halten zusammen, das ist mit dem Erfolg über Salzburg belohnt worden", meinte der Außenverteidiger.

Goalie Andreas Schranz schlug in dieselbe Kerbe: "Wir sind sehr kompakt gestanden, ich habe noch selten so ein kompaktes Team gesehen. Gegen Salzburg kein Tor zu bekommen, sagt eigentlich alles." Auch Nachwuchshoffnung Sandro Zakany, der von einem AC-Milan-Scout beobachtet wurde, fühlt sich in Klagenfurt pudelwohl, wie er betonte: "Ich habe mich gut eingelebt in Kärnten und hoffe, dass es so weitergeht."

"Der Sieg geht in Ordnung"

Für Schachner, der noch ohne die Stammspieler Plassnegger, Kabat, Chiquinho (alle verletzt) und Junuzovic (U20-WM) auskommen musste, waren die ersten Punkte des Pasching-Nachfolge-Clubs aber auch ein Produkt des stärkeren Willens. "Der Sieg geht in Ordnung, wir haben ihn mehr gewollt als die Salzburger", sagte der 50-Jährige nach dem Bundesliga-Abschied aus dem Waldstadion, das als Kärnten-Heimstätte herhalten musste, weil die Partie gegen Salzburg als Match mit erhöhter Sicherheit eingestuft worden war.

Die nächsten Heimspiele gegen Ried (21.7.) und Mattersburg (11.8.) darf der Schachner-Klub auf der Sportanlage Fischl in Klagenfurt austragen, ehe ab Mitte September dann endlich in der echten Heim-Arena, dem 30.000 Zuschauer fassenden Wörthersee-EM-Stadion, gespielt werden kann. Allerdings stand am Montag im Fischl-Stadion noch eine Nachkomissionierung puncto TV-Tauglichkeit an.

Trapattoni klagt über den Platz

Während Schachner und seine Ex-Pasching-Spieler mit etwas Wehmut aus Pasching ("Es war ein guter Boden für uns, wir werden ihn vermissen") abreisten, geht Trapattoni das Waldstadion in keiner Weise ab. "Wir waren vielleicht zu langsam, aber der Platz hat unser Spiel auch nicht unterstützt", lautete der Kommentar des 68-jährigen Italieners, der die Niederlage überraschend ruhig hinnahm.

Doch alleine am etwas holprigen Untergrund lag es nicht, dass die Salzburger im Vergleich zur Gala gegen Altach nicht wiederzuerkennen waren. Auch die hohe Temperatur von 34 Grad im Schatten dürfte einigen Spielern zugesetzt haben, vor allem die im Auftaktmatch überragenden Jezek und Kovac agierten diesmal überaus lustlos. Und ÖFB-Teamspieler Leitgeb, der im Gegensatz zur Altach-Partie überhaupt nicht zur Geltung kam, musste einen herben Rückschlag im Kampf um einen Stammplatz hinnehmen und wurde bereits nach 54 Minuten durch Ilic ersetzt.(APA)

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    Auch Sekagya benötigte am Sonntag Abkühlung.

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