Hopfen im Weißbier

16. Juli 2007, 17:00
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Ein einmaliger Sud zweier genialer Braumeister kann nun verkostet werden. Wenn man nach München kommt. Oder nach Kelheim. Oder nach New York

Das Logo auf der Bierflasche zeigt ganz groß das geschlungene "B", das in den Bierbars von New York die feinen Biere der Brooklyn Brewery kennzeichnet. Darunter der Schriftzug "G.Schneider & Sohn" - der Name des Familienunternehmens, das seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für bayerische Weißbierkultur steht. In der Flasche: Die "Schneider & Brooklyner Hopfen Weisse" - jenes Bier, das wir am 29. April als "Transatlantisches Weissbier" angekündigt haben.

Es ist inzwischen von Hans-Peter Drexler (Schneider Weisse) und Garrett Oliver (Brooklyn Brewery) gebraut worden.

Vergoren, gereift, abgefüllt

Und nun als einmaliger Sud verfügbar. Nicht überall, denn die Menge ist streng limitiert (und zum Großteil von Matthias Neidhart von B.United Internation - Standard.at-Lesern durch das Interview in diesem Bereich bekannt) aufgekauft.

Wer die "Schneider & Brooklyner Hopfen-Weisse" hier in Europa kosten möchte, der muss sich schon nach München ins Weisse Brauhaus im Tal begeben. Dort wird das außergewöhnliche Bier ab dem 16. Juli ausgeschenkt. So lange der Vorrat reicht. Dasselbe gilt für das Weisse Brauhaus in Kelheim, den Stammausschank der Schneider Brauerei.

In New York gibt es einen Bieranstich im "Zum Schneider" (Avenue C im East Village) - und die amerikanischen Bierfreunde werden dem Bier sicher ein begeistertes Willkommen gewähren, ähnelt es doch der (etwas schwächer und teilweise mit amerikanischen Rohstoffen eingebrauten) "Wiesen Edel Weisse", die das Standardbier von Schneider Weisse für den US-Markt ist.

Es handelt sich bei der "Schneider & Brooklyner Hopfen-Weisse" um ein extrem trübes, sehr hell braunes Weißbier mit einer intensiven Hopfennase, die leicht an Orangenschalen erinnert. Das passt gut zu den von der Hefe stammenden fruchtigen Weizenbieraromen, die hier allerdings nur unterstützend wirken. Der Antrunk ist spritzig und herb, die Vollmundigkeit scheint vor allem vom Hopfen (aus der relativ neuen Hallertauer Züchtung Saphir) zu kommen, denn es gibt keine wahrnehmbare Süße, wohl aber ein angenehmes, rundes Marillenaroma. Bei 8,2 Volumprozent dürfte der Alkohol durchaus auch einen Beitrag zum vollen Geschmack liefern. Aber auch da ist der Hopfen vor: Wenn der hohe Alkoholgehalt nicht deklariert wäre, man würde ihn nicht spüren, zumindest so lange das Bier sehr kalt ist. Am ehesten kann man ihn im Nachtrunk, der die Bittere ganz deutlich hervortreten lässt, ahnen.

Inzwischen ist eine Gegeneinladung erfolgt: Hans-Peter Drexler braut mit Garrett Oliver ein ähnliches Weißbier in New York - diesmal mit amerikanischen Rohstoffen. (Conrad Seidl)

  • "B" wie Brooklyn Brewerie.
    foto: conrad seidl

    "B" wie Brooklyn Brewerie.

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