Mangel an Toiletten: Wiener Bus-Wächter beklagen Arbeitsbedingungen

19. Juli 2007, 16:11
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"Bus-Warden" bei Touristen-Ausstiegsstellen dürfen bei einem acht Stunden Dienst ihren Platz eigentlich nicht verlassen

Wien - Aufgaben, für die früher die Polizei zuständig war, werden seit einiger Zeit vermehrt von Sicherheitsunternehmen erledigt. Kein Wunder, sind die Privaten doch bedeutend günstiger als der Staat. Die Arbeitsbedingungen sind aus Sicht eines Betroffenen einer der wesentlichen Gründe für diese Kostenvorteil, klagt er gegenüber dem Standard.

"Touristenbus-Zonen"

Der Mann, der anonym bleiben will, versieht immer wieder Dienst als "Bus Warden" in Wien. Seine Aufgabe: Er muss für reibungslose Abläufe in den speziellen "Touristenbus-Zonen", die sich in der Umgebung von Sehenswürdigkeiten befinden, sorgen. Dort dürfen Reisebusse zwar kurz halten, um ihre Gäste aussteigen zu lassen, müssen dann aber weiterfahren, um Platz für die nächsten Urlauber zu machen und den Verkehr nicht zu behindern.

Bis zu acht Stunden dauern diese Dienste für die Firma Securop, die im Auftrag der Wirtschaftskammer und des Wiener Tourismusverbandes diese Aus- und Einstiegszonen überwacht. "Während dieser Zeit darf man den Platz eigentlich nicht verlassen, will man keine Schwierigkeiten mit dem Kontrolleur der Firma bekommen", schildert der Arbeitnehmer.

Toilettenbesuche sind schwierig

Toilettenbesuche sind an manchen Standorten überhaupt schwierig, weil es in der näheren Umgebung keine WCs gibt. Und da nicht selten versperrbare Kästen fehlen, würden Taschen mit einer Jause und den persönliche Gegenständen immer wieder gestohlen, behauptet der "Bus Warden".

Konstatin Chryssajis von Securop hört die Klagen zum ersten Mal. "Generell ist dafür gesorgt, dass die Habseligkeiten des Personals verwahrt werden können, da gibt es auch Abmachungen mit umliegenden Geschäften", meint er. Auch die Kontrolleure würden es verstehen, wenn ein Mitarbeiter einmal nicht am Platz ist, weil er auf die Toilette muss. Er will der Sache aber ebenso wie der Tourismusverband nachgehen. (Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabe 16.7.2007)

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