Empörung über brennende Bibel im Fernsehen

22. Juli 2007, 16:21
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Bischöfe und CDU-Politiker entrüstet - Chefredakteur: Zugespitztes stilistisches Mittel

Hamburg - Deutsche Bischöfe und CDU-Politiker haben sich empört über eine brennende Bibel geäußert, die am Mittwoch in einer ARD-Sendung zu sehen war. Sie wurde in der vom Hessischen Rundfunk produzierten Dokumentation "Hardliner des Herrn" über christliche Fundamentalisten mehrfach als Stilmittel eingeblendet.

Den Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke zitiert die "Bild"-Zeitung (Montagausgabe) mit den Worten: "Man soll keine Bücher verbrennen - erst recht nicht die Bibel." Der katholische Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, der auch Vorsitzender der Medienkommission der deutschen Bischofskonferenz ist, sagte: "Eine Bibel zu verbrennen, bedeutet, die Heilige Schrift der Christen und Juden zu verhöhnen."

"Zugespitztes stilistisches Mittel"

Verärgert zeigte sich die CDU-Bundestagsabgeordnete Antje Blumenthal, die auch dem Landesrundfunkrat Hamburg angehört. "So etwas dürfen wir auf keinen Fall dulden", sagte sie. Und der stellvertretende Unionsfraktionschef Wolfgang Bosbach wird mit den Worten zitiert: "Was wäre wohl in Deutschland los, wenn die ARD einen brennenden Koran gezeigt hätte?"

HR-Chefredakteur Alois Theisen verteidigte dagegen die Darstellung: "Ich bin verantwortlich. Die brennende Bibel war ein ganz zugespitztes stilistisches Mittel, um im Film die einzelnen Teile zu trennen. Dazu stehe ich." (APA/AP)

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