Dow Jones, Dax und Euro in Rekordlaune

27. Juli 2007, 09:50
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Die gute Konjunktur und Übernahmefantasien geben den Weltbörsen derzeit Auftrieb. Der Euro stieg erstmals über 1,38 Dollar

Wien – Die internationalen Aktienmärkte befinden sich derzeit auf sehr hohem Niveau. Der Dow Jones der New Yorker Börse ist am Donnerstag auf einen historischen Höchststand geklettert und legte auch Freitag weiter zu. Der Leitindex der deutschen Börse in Frankfurt, der Dax, erreichte am Freitag Vormittag ebenfalls einen historischen Höchststand. Die Wiener Börse legte nur leicht zu.

Der Dow Jones Industrial Index schloss am Donnerstag auf einem neuen Rekordhoch von 13.861,73 Einheiten, ein Plus von gut zwei Prozent. Am Freitag übersprang der Index der 30 bedeutendsten US-Aktien die 13.900-Marke und nahm Kurs auf die Schwelle von 14.000 Zählern. Händlern zufolge dürfte die geplante Übernahme des kanadischen Aluminiumproduzenten Alcan durch den britisch-australischen Konkurrenten Rio Tinto die Stimmung beleben.

Gute US-Vorgaben

Die positiven Vorgaben aus den USA sorgten auch in Asien für Hochstimmung. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index in Tokio beendete den Handel um 1,4 Prozent höher, auch an der Börse von Hongkong ging die Hausse weiter: Der Hang Seng Index verzeichnete ein Plus von 1,3 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 23.099 Punkte. Die Börsen in Australien, Taiwan, Singapur und Südkorea schlossen ebenfalls im Plus.

Dax auf Allzeithoch

Angetrieben von den guten Vorgaben aus den USA und Asien lagen die europäischen Börsen am Freitag ebenfalls fast einheitlich im Plus. Der Dax wurde auf ein neues historisches Hoch getrieben. Das Börsenbarometer stieg kurz nach Handelsbeginn bis auf 8.151,57 Zähler und überwand damit den bisher höchsten Stand vom März 2000. Bis zum Mittag bröckelten die Gewinne allerdings wieder etwas ab, zum Handelsschluss betrug der Gewinn allerdings immer noch kurz vor Schluss ein halbes Prozent.

Die Wiener Börse konnte sich dem internationalen Trend allerdings nicht anschließen. "In Wien kommen einige Schwergewichte seit einiger Zeit nicht vom Fleck", meinte ein Händler. Die Wiener Leitindex ATX schloss bloß um 0,16 Prozent höher. Sein Alltime-High verzeichnete der ATX mit 5010 Punkten zu Wochenbeginn am 9. Juli. Gegenüber Ultimo 2006 liegt der ATX um 11,61 Prozent im Plus.

Heimische Analysten haben die jüngste Rekordjagd in Wien mit der anhaltend guten Liquidität an den Weltbörsen und der weltweiten guten Nachfrage nach Aktien erklärt. Zudem hätte auch eine Welle an Übernahmen neue Kursfantasie an die Weltbörsen gebracht, erklärte Reisenberger. "Die Investoren beginnen den Markt danach abzugrasen, wer ein Übernahmekandidat sein kann", so der Analyst. Davon habe auch Wien profitiert.

Schwacher Dollar

Der Euro durchbrach erstmals die Marke von 1,38 Dollar, bevor er wieder leicht zurückfiel. Grund für den schwachen Dollar sind die anhaltenden Sorgen um die US-Konjunktur. Am Freitag wurde bekannt, dass die Einzelhandelsumsätze im Juni um 0,9 Prozent zurückgegangen sind. Das war der stärkste Rückgang seit August 2005. Außerdem schwächt die nach wie vor schwelende Krise auf dem US-Immobilienmarkt den Dollar, sagen Analysten. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14./15.7.2007)

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