Eröffnung des Carinthischen Sommer

31. Juli 2007, 13:07
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Seit Bestehen des Festivals wurde es dieses Jahr erstmals im Villacher Kongresshaus statt im Stift Ossiach-Schlee eröffnet - Ehrengast: Bundespräsident Fischer

Villach - Erstmals seit Bestehens des Festivals ist am Freitag der Carinthische Sommer im Villacher Kongresshaus eröffnet worden statt wie bisher stets im Stift Ossiach. Das führte dazu, dass erstmals Bürgermeister Helmut Manzenreiter die Rolle des Hausherrn übernehmen durfte und die Begrüßung der Ehrengäste, mit Bundespräsident Heinz Fischer an der Spitze, vornahm.

Der Bundespräsident war direkt von einem Staatsbesuch in Mazedonien nach Kärnten gekommen. Es entspreche sowohl seinem Verständnis von den Aufgaben eines Bundespräsidenten als auch seinem persönlichen Interesse, Einladungen zu Festspielen anzunehmen. Jedes Festival habe seine spezifische Geschichte und seine künstlerische Note. Fischer: "Es ist faszinierend, welche Vielfalt der künstlerischen Darbietung dabei zu Tage tritt." Festspiele seien wichtig, aber die unverzichtbare Basis dafür sei die Arbeit von Künstlern, die oft abseits des Rampenlichtes an ihrer Kunst arbeiten würden. "Diese Arbeit wird vielfach unter schwierigen gesellschaftlichen und ökonomischen Bedingungen geleistet", sagte der Präsident.

Am Donnerstag hatte Fischer an der Eröffnung des Festivals im mazedonischen Ohrid teilgenommen. Wo vor sechs Jahren noch Menschen aufeinander geschossen hätten, seien die Menschen dort wieder gemeinsam künstlerisch tätig. "Kunst verbindet offenbar und besonders verbindet die über die sprachlichen Grenzen hinausreichende Wirkung der Musik", so Fischer in Bezug auf das Programm des Carinthischen Sommers.

Landeshauptmann Jörg Haider (B) erklärte den Wechsel nach Villach damit, dass in Ossiach derzeit die Musikakademie errichtet werde: "Wir haben dort eine große Baustelle." Der Kulturreferent betonte, dass es in Kärnten eine Vielzahl an Kulturangeboten gebe, im Sommer würden an mehr als 50 Spielstätten verschiedenste Richtungen angeboten.

Dabei sei es einerseits wichtig, das, was identitätsstiftend für das Land sei, nicht zu verbergen, andererseits wolle man sich aber Fremdem und Neuem nicht verschließen. "Und drittens wollen wir auch eine zeitgenössische Begegnungsstätte sein, in der auch Neues, etwa in Form von Auftragsarbeiten seinen Platz hat." Und so gesehen, habe man auch heuer wieder ein sehr attraktives CS-Programm vorliegen.

Intendant Thomas Daniel Schlee, der zuletzt mit der Kündigung einer schwangeren Sängerin für Aufregung gesorgt hatte, befasste sich in seiner Eröffnungsansprache mit dem Urheberrecht. So habe es zu Zeiten Mozarts ein solches nicht gegeben, jeder andere durfte damit tun, was er wollte. Erst mit dem beginnenden 20. Jahrhundert seien endlich effiziente Mechanismen zur Anwendung des Urheberrechtes etabliert gewesen.

In den vergangenen Jahren habe es aber "in bedrohlicher Weise" Versuche gegeben, diese Mechanismen "auszuhebeln". Dies sei schändlich, weil es sich dem Diktat des Massenkonsums füge. Dies dürfe nicht passieren. Schlee: "Keine Zivilisation schickt ungestraft ihre Künstler in die Wüste." Man dürfe den Bereich der Kunst nicht dem "Markt" das letzte Wort überlassen. Zudem sei Mehrheitsfähigkeit kein künstlerisches Kriterium. (APA)

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