Wie Banker Flöttls Bilder schätzten

18. Juli 2007, 14:21
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"Abstruse" Werte nach einer Reise ins Zollfreilager

Die Sammlung Wolfgang Flöttl war laut Kunstmagazin Monopol "eine der spektakulärsten der Welt": 1998 besaß er Monets, Picassos, van Goghs; insgesamt 79 Gemälde.

Laut Anklage übernahm die Bawag die Bilder, "um zu den Verlusten Gegenpositionen aufzubauen", wobei die Wertfestsetzung "in sehr merkwürdiger Form geschah" – es sollte ja nichts auffliegen. Also reisten Elsner, Zwettler, Nakowitz, Weninger und Reiter Anfang 1999 nach Zürich, wo die Bilder in einem Zollfreilager "hinter Ytong-Wänden und Pressspanplattentüren aufbewahrt wurden. Einzige Sicherheitsmaßnahme: der Umstand, dass wohl niemand wertvolle Gemälde in einer derart ungeeigneten Umgebung vermutet." Man habe sich "eine Hand voll Bilder zeigen lassen, schritt dann zur freihändigen Festsetzung der Werte". Zwei der Angeklagten hätten "im Internet nach ähnlichen Bildern gesucht und festgestellt, dass die auch einen hohen Wert besaßen, sie orientierten sich daran. Die übrigen richteten sich nach der Notwendigkeit, abstrus hohe Beträge anzusetzen". Fußnote: Ein paar Bilder warten noch auf Abholung. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14./15.7.2007)

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