Aids-Prozess: Familien verzichten auf Hinrichtung der Krankenschwestern

25. Juli 2007, 07:19
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Laut Presseberichten nahmen auch die letzten Familien das Entschädigungsangebot an - Oberster Richterrat berät am Montag

Sofia - In den Bemühungen um eine Begnadigung der in einem Aids-Prozess in Libyen zum Tode verurteilten Bulgarinnen ist nach Presseberichten ein Durchbruch erzielt worden. Wie die bulgarische Zeitung "24 Tschassa" am Freitag berichtete, haben die Familien der an Aids erkrankten Kinder nach Berichten aus ihrer Heimatstadt Benghazi das Entschädigungsangebot angenommen und auf eine Hinrichtung der Krankenschwestern verzichtet. Den Frauen wird vorgeworfen, 400 libysche Kinder absichtlich mit Aids angesteckt zu haben.

Die Eltern haben den Angaben zufolge am Donnerstag eine "endgültige Einigung" über ihre Entschädigung unterzeichnet. Die Höhe der Abfindung wurde nicht genannt. Der Durchbruch sei möglich geworden, nachdem die letzten zwölf Familien, die zuvor eine Vereinbarung abgelehnt hatten, jetzt eingelenkt hätten. In ihrem Namen habe ein Fernsehsender in Benghazi eine entsprechende Erklärung verlesen, hieß es.

Oberster Richterrat will am Montag beraten

Die Todesstrafen gegen die Krankenschwestern und einen mitangeklagten palästinensischen Arzt waren am Mittwoch auch vom Obersten Gericht Libyens bestätigt worden, obwohl Experten die Infektionen in dem Kinderkrankenhaus in Benghazi auf die schlechte Hygiene zurückgeführt hatten. Der Oberste Richterrat des Landes will am Montag über die Todesurteile beraten. Das Gremium aus neun Richtern könnte auch über eine Begnadigung der Angeklagten entscheiden.

Bei einer positiven Entwicklung könnten die Krankenschwestern bis 23. Juli freigelassen werden, berichtet "24 Tschassa" weiter. Ihr Gepäck sei schon in die bulgarische Botschaft in Tripolis gebracht worden. Die Frauen werden seit achteinhalb Jahren in dem arabischen Land festgehalten. (APA/dpa)

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