Ungarn: Gesundheitsministerin des "Völkermordes" bezichtigt

13. Juli 2007, 15:57
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Agnes Horvath besuchte Homosexuellen-Parade in Budapest - Ärztekammer publizierte auf Website Brief eines Kollegen

Budapest - Die ungarische Gesundheitsministerin Agnes Horvath wird in einem Brief, der auf der Website der Ungarischen Ärztekammer (MOK) veröffentlicht wurde, als "Mörderin", beschimpft. Das Schreiben ist im Zusammenhang mit ihrer Anwesenheit bei einem Homosexuellen-Festival am Wochenende in Budapest zu sehen. Die liberale Regierungspartei Bund Freier Demokraten (SZDSZ) hat die Kammer daraufhin aufgefordert, sich bei der Ministerin aus ihren Reihen umgehend zu entschuldigen, berichtete die Tageszeitung "Nepszabadsag" in ihrer Freitag-Ausgabe.

Beschuldigung des Völkermordes

Weiters solle die MOK Stellung nehmen, ob sie sich mit dem Inhalt des Briefes identifiziere, so die Liberalen. Im Brief des Arztes Attila Nagy aus der nordungarischen Stadt Debrecen wird Horvath des "Völkermords" beschuldigt. Darüber hinaus wird der Staatssekretär im Amt des Ministerpräsidenten, Gabor Szetey, angegriffen, der jüngst seine Homosexualität öffentlich bekannt hatte.

Teilnahme an Homosexuellen-Festival

Laut dem stellvertretenden SZDSZ-Fraktionschef Peter Gusztos wird die Ministerin in dem Schreiben angegriffen, weil sie vor einer Woche auf einem Homosexuellen-Festival in Budapest erschienen war, wo auch Szetey seine sexuelle Orientierung kund getan hatte. Laut dem Brief des Arztes Nagy "vergiftet" Horvath dadurch "mindestens die Hälfte von Millionen Menschen", da sie mit ihrer Anwesenheit auf dem Festival "die Verbreitung von Krankheitsprozessen förderte".

Der Vorsitzende der Ärztekammer, Istvan Eger, warf SZDSZ vor, dieser hätte "nichts Besseres zu tun, als die Kammer anzugreifen". Die Ärztekammer könne zum konkreten Fall keine gemeinsame Meinung äußern, da ihre 35.000 Mitglieder jeweils andere Weltanschauungen und Wertordnungen verträten. (APA)

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