Kdolsky will Medikament evaluieren

13. Juli 2007, 15:35
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Entwicklung von umfassender Gesamtstrategie gegen Gebärmutterhalskrebs - Vorsorgeuntersuchung soll forciert werden

Wien - Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (ÖVP) will gegen die Krankheit Gebärmutterhalskrebs eine umfassende Gesamtstrategie entwickeln. Dazu werden die zugelassenen Impfstoffe gegen Humanpathogene Papilloma-Virenstämme (HPV), die für den Krebs verantwortlich sein sollen, nun evaluiert und in weiterer Folge in das Präventionsprogramm eingearbeitet, erklärte Kdolsky im Rahmen der Bundesgesundheitskommission.

"Keine gesicherten Daten"

Die Gesundheitsministerin wies darauf hin, dass die HPV-Impfung gegen etwa 25 Prozent der Krebs verursachenden Viren nicht wirke. "Auch vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpfte Frauen können also an Gebärmutterhalskrebs erkranken. Zudem gibt es noch keine unabhängigen Langzeitstudien und deshalb auch keine gesicherten Daten darüber, wie lange die Impfung wirklich immunisiert", meinte Kdolsky.

Gegenteilige Wirkung befürchtet

"Würden wir das HPV-Präparat ohne flankierende Maßnahmen und seriöser Information der Bevölkerung ins Impfprogramm übernehmen, hätten wir einen gegenteiligen Effekt zu befürchten", glaubt die Ministerin. Fälschlicherweise werde die Impfung sehr oft als hundertprozentiger Schutz vor Gebärmutterhalskrebs dargestellt. Die Teilnahme an der jährlichen Vorsorgeuntersuchung, dem so genannten PAP-Abstrich, würde in der Folge abnehmen und die Zahl der Gebärmutterhalskrebs-Fälle sogar steigen statt abzunehmen.

Es sei deshalb essenziell, die Teilnahme an der Vorsorgeuntersuchung, dem einzig hundertprozentigen Schutz, massiv zu forcieren, erklärte die Ministerin. "Derzeit führen leider nur ein Drittel der über 20-jährigen Frauen den PAP-Abstrich jährlich durch, obwohl Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium erkannt absolut heilbar ist."

Sobald die Ergebnisse der Impfstoff-Evaluierung und ein wissenschaftliches Gesamtkonzept vorliegen, werde man in einem nächsten Schritt mit den Gesprächen über einen fairen Finanzierungsschlüssel zwischen Bund, Ländern und der Sozialversicherung beginnen, so Kdolsky. (APA)

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