Kontroverse um Haltung zu den USA

19. Juli 2007, 15:39
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Presse sieht in Äußerungen von Handelsminister Alexander Anzeichen für möglichen Wechsel in Politik zu USA - Brown dementiert

London - Äußerungen eines britischen Ministers über die schwindende Bedeutung militärischer Macht sind als Zeichen für einen möglichen Wandel der Haltung Londons gegenüber Washington gewertet worden. Der britische Handelsminister Douglas Alexander hatte am Donnerstagabend (Ortszeit) in Washington gefordert, in der modernen Welt müssten "weiche Macht" und Multilateralismus stärker betont werden.

"Im 20. Jahrhundert wurde die Macht eines Landes zu oft daran gemessen, was es zerstören konnte", sagte Alexander in einer Rede vor dem Council on Foreign Relations: "Im 21. Jahrhundert sollte Stärke daran bemessen werden, was wir zusammen aufbauen können."

Die britische Tageszeitung "Times" nannte die Äußerungen eine "Serie verschlüsselter Kritiken" an US-Präsident George W. Bush, dem auch im eigenen Land immer stärkerer Widerstand gegen seine Irak-Politik entgegenschlägt. Der "Guardian" nannte Alexanders Äußerungen einen Aufruf an die US-Führung, ihre Außenpolitik zu überdenken. Der frühere britische Premierminister Tony Blair machte London zum engsten Verbündeten Washingtons im Irak-Krieg.

Brown dementiert

Browns Sprecher wies die Spekulationen umgehend als "Unsinn" zurück. In einem Interview sagte Brown am Freitag, er werde wie sein Vorgänger Tony Blair eng mit der US-Regierung zusammenarbeiten. "Unsere Beziehung zu Amerika ist stark, und sie wird in den kommenden Jahren immer stärker werden." Brown betonte jedoch: "Wir können zusammen eine friedlichere und erfolgreichere Zukunft erreichen." Blair galt als enger Freund von US-Präsident George W. Bush und zog zusammen mit ihm in den Irak-Krieg.

Downing Street teilte unterdessen mit, dass Brown in den kommenden Wochen in die USA reisen wird. Brown ist seit 27. Juni im Amt. (APA/red)

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    Premier Brown dementiert einen Schwenk in den Beziehungen zu den USA.

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