Paradeiser schützen kaum vor Krebs

5. Oktober 2007, 16:33
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Lediglich für vier Tumor­arten gebe es laut derzeitigem Forschungs­stand wissenschaftliche Belege für einen präventiven Effekt

Washington - Die krebsschützende Wirkung von Paradeisern wird offenbar stark überschätzt. Eine Auswertung der US-Zulassungsbehörde FDA kommt zu dem Schluss, dass die Früchte vor den meisten Krebserkrankungen keinerlei Schutz bieten. Lediglich für vier Tumorarten gebe es wissenschaftliche Belege für einen präventiven Effekt. Diese seien aber sehr dürftig, betont die US-Behörde.

Für Werbezwecke

In der Vergangenheit hatten einzelne Studien darauf hingedeutet, dass Paradeiser oder deren Inhaltsstoff Lycopin das Risiko für manche Tumore wie etwa ein Prostatakarzinom verringern. Damit werben Hersteller von Ergänzungspräparaten etwa im Internet. Die FDA-Forscherin Claudine Kavanaugh fasst nun im "Journal of the National Cancer Institute" den aktuellen Forschungsstand zusammen.

Demnach gibt es keinen Hinweis darauf, dass Paradeiser vor Krebs von Lunge, Darm, Brust, Gebärmutterschleimhaut oder Gebärmutterhals schützen. Hinweise für einen präventiven Effekt gebe es lediglich in Bezug auf Tumore von Prostata, Eierstöcken, Magen und Bauchspeicheldrüse. Diese Belege seien aber sehr begrenzt. Für eine tumorschützende Wirkung von Lycopin fand die FDA gar kein Indiz. (APA/AP)

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    foto: photdisc
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