Pocket-Putzerei

13. Juli 2007, 10:36
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Fleckentferner für unterwegs: Wer seine Urlaubsgarderobe nicht bevorzugt vor Ort erwirbt, ärgert sich, wenn Sugo/Chianti/Espresso das Outfit befleckt. Was Patzern im Notfall wirklich hilft? Der Griff zum Stift

Dr. Beckmann eXpress 9 ml um € 3,99 (Bipa)
Kaum größer als eine Füllfeder ist der eXpress-Stift des Fleckexperten Dr. Beckmann. Im Vergleich zum Pendant Ariel Pocket ist der Testsieger weniger bekannt aus Funk und Fernsehen, dafür vielseitiger und billiger. Beide Stifte versprechen gute Wirksamkeit bei frischen Speise- und Getränkeflecken, Beckmann erweitert das Anwendungsgebiet aber auf Make-up und Lippenstift, also auf Fettflecken. "Weniger gut" zu entfernen seien nur "Tinte, Kuli und starke Farbflecken". Dass empfindliche Textilien wie Seide keine Spielwiese für Experimente sein sollten, versteht sich von selbst. Auch wenn das Beckmann'sche Putzmittel gar nicht scharf, sondern wie frischer Filzstift duftet. Über die graue Plastikspitze lässt es sich mit leichtem Druck punktgenau applizieren. Ein paar Mal hin und her reiben, schon sind Kaffee- und Rotweinflecken - wider Erwarten, muss ich zugeben - vollkommen verschwunden. Anschließendes Abtupfen mit Wasser und Abspülen der Stiftspitze sind zu empfehlen. 9,5 Punkte

Ariel Pocket 10 ml um € 4,99 (Bipa)
Mit ebenfalls beeindruckendem Ergebnis bekämpft auch Ariels Pocket-Putzprodukt Flecken wie Fruchtsaft und Rotwein, Tee und Kaffee, Obst und Babynahrung - um nur die explizit auf der Packung genannten Anwendungsgebiete zu nennen. Tinte gehört nicht zu Ariels Spezialgebieten, ebenso wenig Blut oder Fett. Vor allem Letzteres ist für die Punktedifferenz zum Testsieger verantwortlich, da Fettflecken im Restaurant zu den häufigeren Malheurs zählen. Die richtige Verwendung des kürzeren, dickeren Stiftes erklärt Ariel auch auf selbigem, praktisch für Erstbenützer. Die nach Waschmittel duftende Lösung appliziert man hier über eine breitere Filzstiftspitze, die aber schon nach der ersten Anwendung nicht mehr so appetitlich weiß ist. 8,5 Punkte

Dr. Beckmann Fleckenroller Go! 75 ml um € 2,55 (Schlecker)
Für großflächigere Flecken dürfte der Fleckenroller gedacht sein. In Form und Größe wie ein Deo-Roll-on soll er "ideal auf Reisen" sein, für die Hand- oder Jackentasche ist er definitiv eine Nummer zu groß. Ebenso für kleine Flecken, denn der Kugelkopf misst im Schnitt rund drei Zentimeter. Dazu kommt ein mäßiges Reinigungsergebnis: Nach langem Reiben unter starker Schaumbildung und beachtlichem Liquidverbrauch waren die Kaffee- und Rotweinflecken zwar stark verblasst, aber immer noch sichtbar. 5,0 Punkte

Hoffmanns Vanish Oxi Tücher für unterwegs 5 Stück um € 2,39 (Bipa)
"Die Soforthilfe für unterwegs" in Tuchform ist leider keine. Das fängt mit der pinken Plastikfolienpackung an: Flacher, aber fünfmal zu so breit wie die Stifte nimmt sie doch einigen Platz in Anspruch. Die relativ geruchsneutralen, leicht seifigen Vliestücher entwickeln beim Reiben erstaunlich viel Schaum, der aber im Tuch bleibt. Ebenso wie die Kaffee- und Rotweinflecken im Tischtuch, auch nach den zehn Minuten Einwirkzeit "für beste Ergebnisse". Abtupfen mit Wasser brachte auch nicht weniger Erfolg. Aber vielleicht waren's ja die falschen Flecken, denn wofür die Tücher besonders oder weniger gut geeignet sind, steht nirgends. Ob das nicht sinnvoller gewesen wäre als vier Bildchen von Handtasche, Hemd, Zug und Auto? 1 Punkt (Marie-Thérèse Gudenus, Der Standard, Printausgabe 13.7.2007)

Jeder Test spiegelt die persönliche Erfahrung der Autorin wider. Punkte: 10=Top, 0=Flop
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Weg mit dem Fleck.

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