DRM-Fiasko: Sony verklagt Hersteller

11. Jänner 2008, 18:08
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Will sich Teil des entstandenen Schadens wieder zurückholen - Affäre hatte dem Ruf von Sony nachhaltig geschadet und große Rückrufaktion nach sich gezogen

Mittels unterschiedlichster Technologien wollen die Hersteller der Film- und Musikindustrie die Weitergabe von urheberrechtlich geschütztem Content verhindern. Dass dies in den letzten Jahren kaum je von spürbarem Erfolg gekrönt war, hält zahlreiche Unternehmen nicht davon ab, doch immer wieder auf neue restriktive Maßnahmen zu setzen - und auch das eine oder andere Mal über das Ziel hinauszuschießen.

Aufregung

Der wohl am besten dokumentierte Fall, der in diese Kategorie passt, ist die Rootkit-Affäre rund um eine Reihe von Sony-CDs. Als sich Ende 2005 herausstellte, dass manche Musik-CD des Unternehmens unbemerkt ein Rootkit auf den Rechnern der Windows-BenutzerInnen installierte, um die Aktivitäten der UserInnen auszuspionieren, brach ein regelrechter Sturm der Entrüstung aus.

Zugriff

In Folge der Auseinandersetzung geriet neben XCP noch ein anderer von Sony eingesetzter "Kopierschutz" in die Kritik, und das nicht gerade zu unrecht: Das von SunnComm gelieferte DRM-System MediaMax "öffnete" AngreiferInnen eine Hintertür auf die Rechner zahlreicher InternetnutzerInnen. In Folge musste sich Sony nicht nur mit einem nachhaltigen Image-Problem und Klagen von KonsumentInnen herumschlagen, auch eine kostspielige Rückruf-Aktion für die bereits ausgelieferten vier Millionen CDs mit MediaMax wurde ins Leben gerufen.

Klage

Nun will sich Sony zumindest einen Teil des entstandenen Schadens wieder zurückholen. Das Unternehmen hat eine Klage gegen die Amergence Group - der neue Name für SunnComm - eingebracht.

Argumente

Konkret fordert man rund 12 Millionen US-Dollar an Entschädigung und Gerichtskosten. Der DRM-Hersteller habe durch die Auslieferung von fehlerhafter Software seinen Lizenzvertrag nicht eingehalten, so die Argumentation. Auch wirft man der Amergence Group Fahrlässigkeit und unfaire Geschäftspraktiken vor. (red)

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