Aktienhandel in MySpace-Manier

22. Juli 2007, 09:28
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Transparenz soll Manipulationen verhindern - Social Networking soll Vorteile gegenüber herkömmlichen Plattformen haben

Angesichts des Erfolgs von MySpace und Co. sagen US-Broker mit Plattformen in Social-Networking-Manier etablierten Aktienhändlern den Kampf an. Bei Investment-Communities von Anbietern wie ZeccoTradeKing können Investoren mit Aktienempfehlungen handeln, ihre Investment-Techniken vergleichen oder nach Unternehmen suchen. Als "Entwurf für die nächste Generation von Investoren" bezeichnet Zecco-Chef Jeroen Veth seine im Herbst 2006 gestartete Plattform. Bisher sind 35.000 Accounts eröffnet worden, berichtet Mercury News. TradeKing, das bereits seit Ende 2005 aktiv ist, kann auf 45.000 Kunden verweisen.

Gewinn

Während TradeKing nach eigenen Angaben bereits Gewinne einfährt, will Zecco spätestens ab Mitte 2008 schwarze Zahlen schreiben. Zecco verlangt für den Aktienhandel keine Gebühren. Die Erlöse stammen deshalb zum Großteil aus Zinsen auf Kredite für die Händler - sogenannte Margin Loans - oder die Investition von Geld, das in wenig genutzten Accounts geparkt ist. Zudem haben sich viele aktive Investoren auf den Handel von Optionen verlegt, für den nach wie vor Gebühren anfallen. Sollte das Social-Networking-Experiment gelingen, rechnet Zecco darüber hinaus mit sprudelnden Einnahmen durch den Verkauf von Online-Werbung.

Unterscheidung

Gerade der Social-Networking-Gedanke soll die neuen Aktienhandelsplattformen von den Online-Foren und Message Boards der Finanzwelt unterscheiden. In den Communities seien die User eher zur Rechenschaft für Fehlinformationen zu ziehen. Einige Websites geben der Gemeinschaft sogar Einblick in die tatsächlichen Transaktionen der User. Damit soll eine mögliche gezielte Manipulation von Aktienkursen verhindert werden, berichtet USA Today. Darüber hinaus können die Investoren so selbst entscheiden, wer die größten Erfolge aufweist und wessen Ratschläge bare Münze bringen können. (Ende)

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