Wenn aller Anfang wichtig ist

13. Juli 2007, 14:15
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Rapid hinterließ beim 3:1 gegen Wacker Innsbruck einen durchaus gefestigten Eindruck

Wien - Im Fußball wird traditionell und gebetsmühlenartig die Wichtigkeit eines guten Starts betont. Da es in und vor allem nach der ersten Runde einer Meisterschaft noch nicht um das weit wesentlichere Ende und die Antworten auf entscheidende Fragen (Sind wir Meister? Sind wir Absteiger? Sind wir im Europacup? Bekommen wir die Lizenz?) gehen kann, ist das durchaus legitim. Und so sagten die Rapidler nach dem 3:1 gegen Wacker Innsbruck: "Das war ein guter Anfang." (Martin Hiden) "Auf diesen Kraftakt lässt es sich aufbauen." (Steffen Hofmann, darauf anspielend, dass die beiden letzten Tore in den Minuten 87 und 94 fielen.) Oder: "Es war wichtig, rasch in die Gänge zu kommen, denn nach der Vorbereitung weiß man ja nie genau, wo man steht." (Trainer Peter Pacult)

Vernünftige und mit beiden Beinen auf dem Boden stehende Fußballer weisen zudem darauf hin, dass die Liga weitere 35 Spieltage zu bieten hat. Und an diesen könne nicht gerade wenig passieren. Ein Beispiel: Kapitän Hiden befürchtete nach einem harten Zweikampf mit Shola Aganun einen Zehenbruch. Rapid hätte somit aufgrund anderer Verletzungen von anderen Abwehrspielern eine akute Personalnot in der Innenverteidigung gehabt. Im Spital wurde bei Hiden nur eine Verstauchung diagnostiziert, die Pause beträgt fünf Tage, nicht fünf Wochen. Aganun erlitt einen doppelten Bänderriss im Sprunggelenk, er hat die fünf Wochen bekommen.

Pacult kann sich über andere Dinge den Kopf zerbrechen. Etwa über die Regelkunde. In der 63. Minute, unmittelbar nach dem Ausschluss von Hannes Eder (Foul mit dem Ellbogen an Peter Orosz), war Pacult überhaupt nicht zu halten, er bedrängte Schiedsrichter Stefan Meßner und überhaupt jeden. Weil es Freistoß für Wacker gab. Dabei hatte doch ein Rapidler ganz fair den Ball ins Out befördert, damit Orosz behandelt werden konnte. Meßner war erst von seinem Assistenten auf Eders Tätlichkeit aufmerksam gemacht worden, er hatte völlig richtig auf Freistoß entschieden. Pacult: "Im Strafraum wäre es sogar Elfer gewesen, das habe ich nicht gewusst, ein Trainer ist aufgeregt."

Eder bedauerte sein Vergehen ("Es war kein absichtlicher Ellbogenschlag, ich wollte mich nur losreißen") und kündigte an, in Zukunft solche oder ähnliche "Dummheiten" tunlichst zu unterlassen.

Erfolgserlebnis

Startet der eine, also Rapid, gut, ist das schlecht für den anderen, also für Wacker. Trainer Lars Söndergaard, der vom GAK in die Tiroler Berge kam und den Kummer quasi im Blut hat, sah das nicht ganz so: "Wir haben uns gut geschlagen. Darauf kann man aufbauen, sofern sich ein Erfolgserlebnis bald einstellt."

Rapid hat nun bereits zweimal funktioniert, das 3:1 im UI-Cup gegen Slovan Bratislava war auch nicht übel. Aufgrund der Lizenzauflagen konnte man sich auf dem Transfermarkt nicht austoben, der von Mattersburg geholte Verteidiger Jürgen Patocka (29) dürfte aber, salopp ausgedrückt, ein Goldgriff gewesen sein. Patocka erzielte das 1:1, es war sein siebenter Treffer in der Bundesliga, der erste mit dem Fuß, bisher war er ein Kopfballer. "Mattersburg hat Zuschauer, Rapid hat Fans, die Stimmung ist einmalig", stellte er fest. Pacult: "Patocka hat alles weggeräumt, was ihm im Weg stand, Kompliment."

Am Samstag gilt es in Bratislava Slovan wegzuräumen. Hofmann: "Das nächste Spiel ist immer das schwierigste. Ein guter Start war wichtig." (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 13. Juli 2007, Christian Hackl)

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    Jürgen Patocka musste zu Rapid wechseln, um endlich ein Tor mit dem Fuß zu schießen. Er feierte sich selbst, und 14.400 Fans im St. Hanappi, darunter mehr als 8000 Abonnenten, feierten ihn. Nicht nur in der 31. Minute.

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