Flöttl will 121 Millionen Dollar zurück

18. Juli 2007, 14:21
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"Die Verwertung meiner übertragenen Vermögenswerte erfolgte rechtsgrundlos", wird der Spekulant und Angeklagte im Bawag-Prozess im "Format" zitiert

Wien - Der Investmentbanker Wolfgang Flöttl fordert von der Bawag rund 121 Millionen Dollar zurück. Dies berichtet das Wochenmagazin "Format" in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.

"Im Grunde gehe ich davon aus, dass sämtliche Zahlungen aus der Verwertung meiner übertragenen Vermögenswerte rechtsgrundlos erfolgten und ich berechtigt bin, diesen gesamten Betrag von der Bawag zurückzufordern", sagte Flöttl laut einem von dem Magazin zitierten Einvernahmenprotokoll gegenüber Ermittlern des Bundeskriminalamts.

Vorgerechnet

Flöttl rechnete demnach den Kriminalisten seine Forderungen penibel vor. "Meine Bilder bzw. die Zahlungen an die Bawag ergeben 242,17 Millionen Dollar. Dazu kommen Liegenschaftserlöse aus den Verwertungen derselben von 43 Millionen Dollar. Dem gegenüber steht eine Abdeckung der Bawag des Kredits von Sotheby's in der Höhe von 154 Millionen und eine Kreditabdeckung von 18 Millionen Dollar für die Liegenschaft in London", heißt es im Einvernahmeprotokoll. "Dies ergibt einen offenen Saldo zu meinen Gunsten in der Höhe von 113,5 Millionen Dollar."

Neben diesem Betrag will Flöttl auch noch seine "Leistungen im Zusammenhang mit der Verwertung der Kunst und Liegenschaften im Zeitraum 2001 und 2003" (Protokoll) abgegolten bekommen. Das sei mit der Bawag vertraglich vereinbart gewesen. Die Bank schulde ihm aus diesem Titel rund 7,5 Millionen Dollar. Insgesamt stehe die Bawag laut "Format" damit 121 Millionen Dollar in Flöttls Schuld.

Nakowitz soll Mobiltel-Provision kassiert haben

Wie das Magazin ebenfalls berichtet, soll der ehemalige Bawag-Vorstand Peter Nakowitz Ende 2004 eine üppige Aufsichtsratsgage kassiert haben, die nun das Interesse des Bundeskriminalamts geweckt habe. Nakowitz soll 40.000 Euro als Kontrollor der Zwischenholding Mobiltel GmbH in Wien kassiert haben, einer Gesellschaft, die laut "Format" als Vehikel für den Erwerb und Weiterverkauf des gleichnamigen bulgarischen Mobilfunkanbieters an die Telekom Austria gedient haben soll. Nakowitz' Anwalt Rudolf Proyer wollte gegenüber dem Magazin dazu keinen Kommentar abgeben. (red)

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