Südsteirische Winzer als Weinmusketiere

12. Juli 2007, 19:02
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Sieben "Steirische Klassik"-Bauern bündeln ihre Kräfte - Konkurrenzdenken gibt es dabei kaum

Sieben südsteirische Winzer wollen unter "Steirische Klassik" als Gruppe Gleichgesinnter dem steirischen Wein ein neues Profil geben. Alois Gross vom Weingut Gross in Ratsch an der Weinstraße ist einer von ihnen. Seit 100 Jahren ist seine Familie im Weinbau tätig. "Der Jahrgang 1993 wurde erstmals mit 'Steirische Klassik' tituliert. Das Anliegen war, dem Konsumenten klare, erkennbare Weintypen zu präsentieren", erzählt er.

Die Weine der Südsteirer sollen als "leicht, frisch, fruchtig, aber hochreif" dem Kunden in Erinnerung bleiben, sagt Erich Polz aus Spielfeld, der mit 70 Hektar Anbaufläche der größte der Klassiker ist. Der kleinste unter den sieben Musketieren ist Fritz Tinnacher aus Gamlitz mit 18 Hektar Anbaufläche.

"Alle für einen, einer für alle"

Gemeinsame Präsentationen haben die Gruppe zusammengeschweißt, Konkurrenzdenken gebe es kaum: "Wir decken Junkerpräsentationen ab, jeder fährt wohin und präsentiert auch die Weine der anderen mit", sagt Willi Sattler vom Sattlerhof in Gamlitz. Da gelte das Motto "Alle für einen, einer für alle". Auch Albert Neumeister aus Straden, der 1997 als Letzter zur Vereinigung stieß, kennt keinen Konkurrenzneid: "Ich glaube, dass derzeit von den steirischen Qualitätsbetrieben niemand Absatzprobleme hat. Wenn einer Erfolg hat, ist das auch Werbung für die anderen."

EU-Prämien für weniger Weinanbau kommentiert Gross so: "Ich würde mir wünschen, dass es zu einem vernünftigen Markt kommt ohne Förderungen. Aber dann hätten die Politiker nichts mehr zu verteilen." Kollege Neumeister glaubt, jede Marktbereinigung helfe den guten Betrieben. Manfred Tement, in Ehrenhausen daheim, hält nichts von Regeln, denn "jeder Markt ist ein Verdrängungsmarkt und regelt sich von selbst".

Margot Winkler-Hermaden, Winzerin in Kapfenstein, ist zufrieden, dass sich die Weine "unter Kennern" als Marke durchgesetzt hätten. Mehr als zwei Millionen Flaschen werden in den sieben Betrieben jährlich abgefüllt. Ihr Ziel: Lagenweine zu etablieren und damit den Absatz zu stärken. Das Wetter passe heuer – von einigen Hagelschäden abgesehen. (Barbara Forstner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.7.2007)

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    Riesling-Trauben gibt es in der Steiermark nur wenige, Wein haben die Steirer dennoch genug.

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