Slowenien verkauft 49 Prozent an Telekom Slovenije

19. Juli 2007, 10:54
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Privatisierung von weiteren 10 Prozent ermöglicht - Auflagen für Interessenten werden gelockert - Ausschreibung Ende August

Die slowenische Regierung hat den im März beschlossenen Plan für die zweite Privatisierungsphase der staatlichen Telekom Slovenije geändert. Bei einer internationalen Ausschreibung werden strategischen Investoren nicht wie zunächst vorgesehen 39 Prozent der Anteile an der Telekom zum Kauf angeboten, sondern insgesamt 49,13 Prozent. Die Ausschreibung werde voraussichtlich bis Ende August veröffentlicht werden, kündigte der slowenische Wirtschaftsminister Andrej Vizjak am Donnerstag nach dem Ministerrat an. Vizjak rechnet damit, dass die Auswahlverfahren bis Ende des Jahres abgeschlossen werden können.

Phasenweise

Der Verkauf soll in zwei Phasen durchgeführt werden. Im ersten Schritt sollen 35,13 Prozent der Anteile privatisiert werden, im zweiten Schritt die restlichen 14 Prozent. Die Regierung lasse sich aber auch die Möglichkeiten offen, den ganzen zum Verkauf angebotenen Anteils im einen Zug zu verkaufen, erklärte der Minister. "Damit haben wir bessere Möglichkeiten für die Bieter definiert," betonte er.

Position

Die Telekom Austria, die in Slowenien mit dem Mobilfunkanbieter Si.Mobil bereits vertreten ist, hat bisher ein Angebot von den Marktführer Telekom Slovenije in slowenischen Medien ausgeschlossen.

In dem veränderten Privatisierungsplan werden die bisherigen Auflagen - wie z.B. Erhaltung der Geschäftstätigkeit und der Entwicklung in Slowenien - auf weniger bindende Ziele gelockert. Auch die Teilnahme ausländischer Telekomgesellschaften, die in staatlichem Eigentum stehen, werden nicht mehr von der Teilnahme an der Privatisierung ausgeschlossen. Zu diesen Adaptierungen wurde Slowenien durch Vorgaben aus Brüssel gezwungen. Einige Bestimmungen hätten als diskriminierend oder Einschränkung des freien Kapitalverkehr angesehen werden können, erklärte Vizjak.

Auflagen

Neben den Preis und den Auflagen wird bei dem Auswahlverfahren außerdem entscheidend sein, ob der Interessent eine wechselseitige Beteiligung erlaubt - ob sich also die Slowenen umgekehrt an ihrem neuen strategischen Partner beteiligen können.

Der slowenische Staat hält derzeit direkt 62,53 Prozent der Telekom-Anteile. Weitere 11,61 Prozent befinden sich im Eigentum der halbstaatlichen Fonds KAD (7,36 Prozent) und SOD (4,25 Prozent). Der Staat wird 10 Prozent seiner Telekom-Anteile an SOD übertragen um Bürger zu entschädigen, die in das Telekom-Netz investiert haben und Anspruch auf Abgeltungen haben. Bei der geplanten Privatisierung werden auch die Anteile der beiden Fonds verkauft werden. Am Schluss will der Staat 25 Prozent plus eine Aktie an der Telekom Slovenije halten.

Bewertung

Telekom Slovenije ist seit der ersten Privatisierungsphase im Oktober 2006 an der Laibacher Börse notiert. Der Börsenwert des Unternehmens beträgt derzeit 3,036 Mrd. Euro, 49 Prozent sind also derzeit an der Börse mit 1,48 Mrd. Euro bewertet. (apa)

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