Hans Joachim Schädlich erhält Bayerns Akademiepreis

19. Juli 2007, 20:34
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Jury würdigt einen "Sprachartist par excellence" - Auch Operndramaturg Klaus Schultz geehrt

München - Der Schriftsteller Hans Joachim Schädlich erhält den mit 15.000 Euro dotierten Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Schädlich ist nach dem Urteil der Jury ein Sprachartist par excellence. Sein jüngster Erzählband "Vorbei" (2007) zeige ihn auf der Höhe seiner Meisterschaft, teilte die Akademie am Donnerstag mit.

Der 1935 in Reichenbach (Vogtland) geborene Schädlich war bis 1976 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften in Ost-Berlin. Nach seiner Mitunterzeichnung des Protestes gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns wurde er seines Postens enthoben. 1977 verließ er die DDR und ging in die Bundesrepublik. Im selben Jahr erschien sein erfolgreicher Prosaband "Versuchte Nähe". Obwohl Schädlich vier Romane geschrieben hat - von "Tallhover" (1986), dem Roman vom ewigen Spitzel, bis "Anders" (2003), Erzählungen von Menschen, die nach dem Zusammenbruch eines totalitären Systems ihre Identität wechseln - sei sein eigentliches Medium die Kurzprosa. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt Schädlich 1996 den Kleist-Preis.

Klaus Schultz

Für seine Verdienste um kulturelle Vermittlung erhält Klaus Schultz, Intendant des Münchner Gärtnerplatztheaters, die mit 5000 Euro verbundene Wilhelm-Hausenstein-Ehrung. Beide Preise werden am 24. Oktober in den Räumen der Akademie in der Münchner Residenz verliehen.

Der 1947 geborene Schultz verkörpert nach Angaben der Jury ein Stück Münchner Operngeschichte. Während der Intendanz von August Everding (1977-1982) war er Chefdramaturg und Pressesprecher der Bayerischen Staatsoper. Nach 15 Jahren als Musikdramaturg der Berliner Philharmoniker und Generalintendant in Aachen und Mannheim kehrte er 1996 für 11 Jahre als Intendant des Gärtnerplatztheaters nach München zurück, wo er ein facettenreiches Repertoire aufbaute, teilte die Akademie weiter mit. Schultz scheidet mit dieser Spielzeit als Intendant aus. Seit 2002 ist er auch freier Mitarbeiter der Bayreuther Festspielleitung. (APA/dpa)

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